Aufbauseminare für Fahranfänger (ASF)


Aufbauseminare für Fahranfänger (ASF)

Im Verkehr auffällig gewordene Fahranfänger in der Probezeit müssen ein Aufbauseminar in einer Fahrschule besuchen. Es beinhaltet Gruppengespräche und eine Beobachtungsfahrt. Bei Nichtbelegung eines Aufbauseminars innerhalb der vorgegebenen Frist droht der Führerscheinentzug. 

Fahranfänger, die im Verkehr auffällig geworden sind (z.B. Bußgeld 40 Euro und mehr, Punkte, registriert beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg) müssen auf Anordnung der Behörde an einem Aufbauseminar für Fahranfänger (ASF) teilnehmen. Wer daran nicht teilnimmt, dem wird die Fahrerlaubnis entzogen! Für alle, die auffällig geworden sind, verlängert sich die Probezeit auf insgesamt vier Jahre.

Das Aufbauseminar findet in einer Fahrschule statt, geleitet von einem dazu berechtigten Fahrlehrer. Es umfasst 4 Seminarsitzungen zu 135 Minuten, dazu nach der ersten Sitzung Fahrproben (Beobachtungsfahrten), die in Gruppen mit mehreren Teilnehmern abgehalten werden. Das Aufbauseminar muss in einem Zeitraum von mindestens 14 Tagen und höchstens 4 Wochen abgehalten werden. Zum erfolgreichen Abschluss stellt der Leiter eine Bescheinigung aus, die der Behörde vorgelegt werden sollte.

Wer einzelne Sitzungen oder die Fahrprobe versäumt, kann leider keine Bescheinigung erhalten!

Sinn des Aufbauseminars ist es, dass die Teilnehmer/innen "durch Mitwirkung an Gruppengesprächen und an einer Fahrprobe veranlasst werden, eine risikobewusstere Einstellung im Straßenverkehr zu entwickeln und sich dort sicher und rücksichtsvoll zu verhalten" (§ 2 b StVG). In den Gruppensitzungen wird vor allem über das Fehlverhalten der Teilnehmer/innen und über die Fahrproben gesprochen. Mit einbezogen in die Gespräche werden auch selbst erlebte, gefährliche Situationen. Diese werden von allen gemeinsam in ihrem Ablauf analysiert. An den kritischen Punkten des Ablaufs überlegen alle, was man in dieser Situation hätte besser machen können, um nicht in den verhängnisvollen Unfalltrichter zu geraten.

Bei den Fahrproben beobachten alle das Fahrverhalten, am Schluss gibt es eine gemeinsame Auswertung mit Lob und Kritik. Achtung: Es findet dabei keine Prüfung statt!

Unfallanalyse An dem nebenstehenden Bild einer Unfallanalyse lässt sich eine gemeinsame Analyse einer gefährlichen Situation erläutern. Es geht dabei um ein "Stechen", an dem einer der Semianrteilnehmer beteiligt war. Das Stechen endete mit einem schweren Unfall, bei dem der Beteiligte mit seinem Auto in einen U-Bahneingang krachte. Der Beteiligte selbst und seine Mitfahrer waren übrigens nicht angeschnallt. Am Ablauf des Stechens lässt sich einhaken, wo es überhaupt möglich ist, die Sache noch zu wenden. Der hier abgebildete Tafelanschrieb zeigt dazu auf der rechten Seite in Grün die Äußerungen der Seminarteilnehmer. Wichtiger noch ist, über die grundsätzliche Haltung zu reden, die überhaupt zur Annahme eines für sich und andere lebensgefährlichen Wettrennens auf Großstadtstraßen führt.

Der Inhalt der gemeinsamen Gespräche ist vertraulich. Niemand muss befürchten, dass Gespräche an die Behörde weitergegeben werden.

Ein Seminar dauert mindestens 2, höchstens 4 Wochen.

Achtung: Wie schon oben ausgeführt gibt es auch für diejenigen, die zum ASF aufgefordert worden sind, die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen ein Einzelseminar besuchen zu können. Vereinbaren Sie in diesem Falle ein Gespräch mit uns.

Wenn Sie ein freiwilliges Fortbildungsseminar für Fahranfänger (FSF) besuchen, dann verkürzt sich Ihre Probezeit auf ein Jahr, bzw., wenn diese schon nach einer Fehlhandlung auf insgesamt vier Jahre verlängert wurde, auf drei Jahre! Anmeldungen für den Besuch eines FSF nimmt das Büro der Fahrschule entgegen.

Wer nach dem Besuch eines Aufbauseminars ASF wieder durch erhebliches Fehlverhalten auffällt, bekommt von der Behörde nahegelegt, freiwillig eine verkehrspsychologische Beratung aufzusuchen. Wer dann noch einmal auffällt, dem wird die Fahrerlaubnis entzogen. Zurück erhält sie nur, wer sich einer MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) unterzieht, und das ist nicht leicht.


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