Regina überwindet ihre Angst vor der Autobahn (2)


Allein mit der Angst

Regina überwindet ihre Angst vor der Autobahn (2)

Regina hatte sich an uns gewandt wegen ihrer Angst vor der Autobahn. Diese hatte sie durch hartnäckiges Trainieren der gefürchteten Stellen und Bewältigen ihrer Autobahnangst übewunden. Am Schluss der Ausbildung und Betreuung gab sie uns ein Interview, in dem sie ihre Vorgeschichte und ihre Angstbewältigung bei uns erzählt. Nun erhielten wir eine Email, in der sie Erfahrungen mit der Angsbewältigung allein auf sich gestellt beschreibt.

Das Ziel der Angstbewältigung ist, dass ehemals ängstliche Fahrer/innen, die fürchten, die Kontrolle zu verlieren, in Unfälle zu geraten und auf Hilfe angewiesen sind, nun kontrolliert, sicher, unbeschwert von Ängsten und selbständig Auto fahren können. Ein schönes Ziel, nur unter Schwierigkeiten erreichbar, aber doch Dreh- und Angelpunkt der ganzen Bemühungen. Und in Reginas Erzählung ist zu spüren, dass und wie sie diesem Ziel ein ganzes Stück näher gekommen ist.

Hallo Frank,

Wie geht es dir und euch?
Leider dauert es noch mit dem Artikel, die Zeitschrift kommt ja nur monatlich heraus, aber der Text kommt bestimmt.

Aber ich wollte etwas anderes erzählen, das mit eurer wunderbaren Angsthasenbetreuung zu tun hat.
Durch den langen Winter bin ich bestimmt 2 Monate nicht auf die Autobahn gefahren... Und dann bekam ich vor zwei Woche den Auftrag, ein Hotel in der Nähe von Frankfurt/ Oder zu testen. Sofort bekam ich Panik, ob ich das mit dem Auto schaffe, dahin zu fahren. Es gibt auch eine Bahnverbindung, aber wozu habe ich im letzten Jahr bei euch geübt, geübt ... !

Ehe die Angst übermächtig werden konnte, habe ich mich kurz entschlossen an einem Sonntag in mein Auto gesetzt und gedacht, jetzt fahre ich mal in die Richtung und schaue, wie weit ich komme.


Vor der Einfahrt am Innsbrucker Platz wurde es mir etwas mulmig, aber dann habe ich “einfach” alles gemacht, wie ich es bei dir, Frank, gelernt habe: Na, habe ich laut gesagt, wie sieht es denn hier aus? Gut sah es aus und ich bin ohne Hektik auf die Autobahn. Richtung Schönefeld. Da habe ich mich dann verfahren, weil ich auf der falschen Spur zum Abbiegen war. Macht nix, habe ich mir gesagt, bin abgefahren und da stand auch schon links das Schild zum Wieder rauf kommen nach Frankfurt. Also noch eine Auffahrt, mit lautem Reden, wunderbar. Also bi ich immer weiter gefahren. Na gut, weil Sonntag war, waren auch keine Lastwagen unterwegs. Und weil ich auch nicht gerast bin sondern vorschriftsmäßig mal 80 mal 120 gefahren bin, fand ich das auch relativ entspannend. Zwischendurch habe ich mal meinen kleinen Angsthasen am Schlüsselbund – du erinnerst dich? - gestreichelt und habe uns gelobt.

Dann war ich fast 30 km vor Frankfurt und mir fiel ein, dass ich ja auch noch zurück muss... Da habe ich gedacht, dass ich bisher so gut war, dass ich mich nicht unter Stress setzen muss und bin zurück gefahren. Runter von der Autobahn, auf einer Dorfstraße irgendwie verfahren. Dann gab es eine Tankstelle, da habe ich nach der Autobahn nach Berlin gefragt. Und habe sie gefunden und rauschte voller Glück zurück nach hause !

Ich wollte einfach mal mitteilen, dass eure Lektionen auch langfristig wirken und dass mir gegen die Angst sofort alle Maßnahmen erfolgreich wieder einfielen ! Selbst mit Fahrabstinenz dazwischen.

Nun drückt mir bitte am nächsten Dienstag, 23.3. die Daumen, da werde ich dann tatsächlich bis nach Madlitz, so heißt der Ort fahren und am Mittwoch zurück. Den größeren Verkehr werde ich redend, guckend und mit meinem Angsthasen am Schlüssel bestimmt gut hinkriegen.

Liebe Grüße aus Friedenau von Regina


Seitenanfang


Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren