Schaltprobleme. Bericht einer Angsthäsin

Katja, (ehemalige) Angsthäsin, berichtet über ihre Erlebnisse

Schaltprobleme: Vor Kurven sollte ich schalten, nicht bremsen

Vorbermerkung: Katja hat sich bei uns als Angsthäsin gemeldet. Sie brauchte unsere Betreuung wegen ihres "Schalttraumas" und allgemein ihrer Angst vor dem Autofahren. Sie hat sich ihrer nachträglichen Ausbildung bei uns mit großem Eifer gewidmet und fährt jetzt allein und sicher mit ihrem eigenen Pkw. Wir bedanken uns herzlich bei ihr für den ausführlichen und anschaulichen Bericht, den sie uns Anfang August 2013 geschickt hat.  Für alle Angsthasen ist es doch wichtig, aus erster Quelle zu erfahren, ob es denn hinterher erfolgreich weiter geht. Und ihr Beispiel zeigt, das tut es. Wir bedanken uns auch, dass sie sich bereit erklärt hat, bei unseren monatlichen Infotreffs für Angsthasen zu sprechen und über ihre Erfahrungen zu informieren.

Die Ausgangslage

Bei mir war die Ausgangslage hinsichtlich Autofahren so: Ich hatte zwar schon im Jahr 1987 in Nordrhein-Westfalen meinen Führerschein gemacht, war dann aber gleich nach Berlin gezogen und danach so gut wie nie Auto gefahren. Zum Einen gab es wenig Anlass und wenig Gelegenheiten. Erst stand die Mauer noch, und es schien nicht besonders sinnvoll, ein Auto anzuschaffen. Geld gab es während des Studiums sowieso nicht genug, und um mich herum besaß auch so gut wie niemand ein Auto, das ich mir hätte ausleihen können. Das fand ich aber auch alles gar nicht weiter schlimm, denn mein Drang, Auto zu fahren, war eigentlich gleich Null. Ich hatte trotz im ersten Anlauf bestandener Führerscheinprüfung latent das Gefühl, nicht wirklich fahren zu können und fühlte mich beim Fahren schnell total überfordert. Kurz gesagt, ich hatte Angst vor dem Autofahren.

Ich vergesse nie einen Fahrversuch im Urlaub am Bodensee, wo ich, ermuntert von meiner Schwester, beherzt mit ihr in ihrem alten Toyota losfuhr, auf dem Weg in ein nahegelegenes Freibad. In dem Freibad kamen wir nie an, ich hätte an einer bestimmten Stelle auf einer recht befahrenen Schnellstraße links abbiegen müssen, war aber vom Fahren an sich schon so gestresst, dass es nur geradeaus weiterging. Fast wären wir über die österreichische Grenze gerauscht – kurz davor konnte ich immerhin rechts anhalten, sonst hätte man uns wahrscheinlich wegen illegalen Grenzübertritts verhaftet (damals gab es noch keine offenen Grenzen in Europa). Klingt wahrscheinlich witzig, für mich war es das aber nicht.

Ich war überzeugt, dass ich das mit dem Autofahren besser lasse. Es gab dann auch immer einen Lebensgefährten, der fuhr, so dass ich mich meiner Fahrangst nicht stellen musste. So zogen die Jahre ins Land, und zwar insgesamt 25 (!). Dann entdeckte ich im Herbst 2012 die Fahrschule "Schaffen Wir" und dachte, das Thema gehe ich jetzt noch an. Ich versuche es zumindest. Wär doch gelacht. Es fahren so viele Menschen Auto, das müsste ich doch auch hinkriegen. Bei einem vorherigen Urlaub auf Island hatte ich einmal wieder gemerkt, wie blöd es ist, nicht fahren zu können. Und überhaupt Urlaube: Immer in der Stadt wohnen, statt nette Häuser in den Bergen zu mieten, zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten nicht hinkommen, oder höchstens in einem Pulk von Bustouristen… das alles wollte ich nicht mehr.

Fahrschul-Pkw, Bedieneinrichtungen. Vor Kurven zuerst bremsen, dann herunter schaltenIch ging dann zu einer Informationsveranstaltung bei "Schaffen Wir" und hatte vorher, auch nachdem ich die Website der Fahrschule gelesen hatte, nochmal versucht, mir darüber klarzuwerden, was eigentlich mein Problem war. Wieso hatte ich Fahrangst, beziehungsweise das Gefühl, zum Autofahren nicht fähig zu sein? Ich erinnerte mich an den früher immer sehr nervösen Fahrstil meiner Mutter (Hallo, liebe PsychologInnen!) und ihre großen Ängste im Umgang mit dem "unbekannten Wesen" Auto. Auto und Angst waren also schon früh in meiner Wahrnehmung verknüpft worden.

Der erste Fahrlehrer brüllt mich an

Vor allem aber fiel mir ein, wie mir mein damaliger Fahrlehrer das Schalten beigebracht hatte und was dann darum herum so passiert war. Ich sollte beim Verringern der Geschwindigkeit immer Gang für Gang herunter schalten, also z.B. nicht vom vierten Gang in den zweiten, sondern dazwischen in den dritten, und bei jedem Schaltvorgang die Kupplung wieder kommen lassen. Ich war beim Fahren praktisch ständig damit beschäftigt, mir auszurechnen, wann ich mit der Schalterei anfangen muss, um z.B. rechtzeitig vor einer Ampel zum Stehen zu kommen. Totaler Stress. Ein wirklich schlimmes Erlebnis, was mich – wie mir aber erst jetzt klarwurde – offenbar regelrecht traumatisiert hat, war eine Fahrt auf der Landstraße, wo ich vor lauter Schaltstress zu wenig gebremst habe und mit etwas zu hoher Geschwindigkeit in eine enge Kurve geriet. Es war nichts passiert, aber in der Kurve stand eine alte Scheune, die offenbar gelegentlich für Disco-Abende genutzt wurde. Mein Fahrlehrer brüllte mich an: "Wenn da jemand auf der Straße gestanden hätte, und ich hätte nicht eingreifen können, wäre der jetzt tot!" Ganz toll. Das war's dann. Statt zurück zu schnauzen, dass das ja wohl das Letzte sei und mir einen anderen Fahrlehrer zu suchen, habe ich mich also kleinlaut weiter in die komplizierte Schalterei und die Vorstellung, dass ich beim Autofahren offenbar leicht zur tödlichen Gefahr werde, gefügt.

Die Überwindung des "Schalttraumas"

Die Überwindung meines "Schalttraumas" und ein teilweises Umtrainieren der Handlungsabläufe waren dann auch die ersten ganz wesentlichen Schritte in meinen Fahrstunden mit Frank Müller. Ich lernte schlicht und einfach, vor einem Hindernis zuerst zu bremsen und dann herunter zu schalten. Das Bremsen war am wichtigsten. Das fand ich einleuchtend. Beim Herunterschalten musste ich auch nicht jeden Gang einzeln schalten und dazwischen womöglich die Kupplung kommen lassen. Ich durfte einfach Gänge überspringen, wenn  das nötig war. Sehr einfach.

Schließlich sprachen wir auch über Stress. Wie kann ich Stress beim Autofahren vermeiden? Was tue ich als erstes in schwierigen Situationen? Wie kann ich es schaffen, trotz meiner Angst zu fahren?

Steile Rampe, Auffahrt auf einen Aldi-ParkplatzIch habe mich dann im Winter 2012/13 durch etliche Fahrstunden in Nieselregen, Schnee und ewiger Dunkelheit gekämpft, immer mit Frank an meiner Seite, der auch in frustrierenden Situationen nie die Geduld verlor und mir gut zuredete, weiterzumachen. Erst war – wie beschrieben - Bremsen und Schalten das große Thema, das haben wir zu Anfang erst einmal in einem ruhigen Industriegebiet geübt. Später ging es dann natürlich um das Zusammenspiel von Schauen ("Rundumblick" – bin ich eine Fliege??), Blinken, Bremsen, Schalten, Lenken in dem für eine Anfängerin fast unüberblickbar komplexen Neuköllner Straßendschungel. Auch das Parken haben wir ausführlich geübt. Ich erinnere mich noch an eine sehr steile Rampe, Auffahrt auf einen Aldi-Parkplatz. Es ging auch alles ganz gut, aber wenn Vieles zusammenkam, neigte ich zur Hektik statt zu besonnenem und langsamem Angsthasenstil. Mir das abzugewöhnen war und ist es in manchen Situationen noch – eigentlich fast das Schwierigste. Ich habe mir für die Fahrstunden relativ viel Zeit genommen und würde auch Jeder bzw. Jedem empfehlen, sich da nicht unter Druck zu setzen. Natürlich muss das alles irgendwie finanzierbar sein.

Erste Erfahrungen im eigenen Auto

In diesem Frühjahr war es dann soweit. Wir fanden, ich könnte es jetzt wagen, ein eigenes Auto zu kaufen und damit weiter zu üben. Unterstützt von erfahreneren Familienmitgliedern erstand ich einen mittel-alten Citroën. Meine Schwester fuhr ihn mir netterweise nach Hause, so dass ich damit nicht gleich als erste allein von Spandau über die Autobahn bis nach Wilmersdorf fahren musste, aber dann stand er da vor meiner Tür und wartete auf mich. Ich war einerseits ganz stolz, wollte auch auf keinen Fall eine von den Angsthäsinnen werden, die ein Auto haben, es aber nicht fahren, gleichzeitig hatte ich aber ganz schlimme Angst. Ich war ja noch nie alleine gefahren! Was hatte ich mir da bloß eingebrockt? Es half nichts, so war es jetzt eben.

Am nächsten Tag – ein Sonntag ? - ging ich in Richtung Auto wie ein Cowboy auf die Stierkoppel, setzte mich erst mal rein, probierte alle Knöpfe und den Schalthebel aus, stellte mir den Sitz und die Spiegel ein und dachte: Jetzt fährst Du mal ganz langsam los bis zum nächsten ruhigen Wohngebiet. Da probierst Du dann in Ruhe aus, wie Dein Auto beim Anfahren, Kuppeln und Bremsen reagiert, wie viel Platz es zum Wenden braucht, versuchst mal, es einzuparken und ein Gefühl dafür zu bekommen, wo es überhaupt anfängt und aufhört. Wenn Du merkst, dass es Dir zu viel wird, fährst Du rechts ran. Wenn es viel zu viel wird, parkst Du es und versuchst es morgen wieder.

So habe ich es dann auch gemacht, und es hat ganz gut funktioniert. Beim Anfahren war ich zwar immer ziemlich laut, ich habe bei Autos oft Schwierigkeiten, das Gas richtig zu "dosieren", aber sonst klappte alles, sogar das rückwärts Einparken. Als ich zurückfahren wollte, verfuhr ich mich und landete unbeabsichtigt auf einer ziemlich großen Durchgangsstraße. Da musste ich dann schon ein paar Mal die Spur wechseln, an einer großen Kreuzung abbiegen und meinen Weg wiederfinden. Alles o.k. Aber ich hatte doch weiche Knie beim Aussteigen. Jedenfalls wäre das mein Tipp an Alle, die Angst vor der ersten Fahrt alleine im eigenen Auto haben: Nicht gleich in den dicksten Verkehr stürzen, sondern erst einmal in einer ruhigen Gegend das Auto kennenlernen und ein Gefühl dafür entwickeln. Da fährt man langsam, und es kann nicht viel passieren.

Am nächsten Tag – Montag – nahm ich dann meinen Mut zusammen und fuhr mit dem Auto zur Arbeit. Die Strecke ist nicht sehr schwierig, nicht so hektisch kreuz und quer befahren wie z.B. die Karl-Marx-Straße in Neukölln, aber es gibt viele Fahrradfahrer, eine große Baustelle und eine andere schwierige Stelle, wo man in letzter Sekunde vor dem Rechtsabbiegen einen Radweg kreuzen muss. Es ging alles gut – abgesehen von meinem nach wie vor etwas lauten Anfahren.

Auf dem Rückweg, in einer Tempo 30 Zone bei sehr enger Straße, fuhr ich langsam hinter mehreren Radfahrern her, hinter mir ein großer BMW, der mir fast am Auspuff hing. Ich fand die Straße viel zu eng, um unter Einhaltung des Sicherheitsabstands an den Radfahrern vorbeizufahren, und blieb hinter ihnen. Das dauerte vielleicht 2-3 Minuten, mehr nicht. An der nächsten Kreuzung überholte mich der BMW mit quietschenden Reifen und aufheulendem Motor rechts. Ich sagte mir "der kann mich mal" und leise zu ihm "wir sehen uns wieder". So geschehen an der nächsten Ampel. Ich habe ihn freundlich über seinen Rückspiegel angelächelt und mir gedacht "der hatte wahrscheinlich heute einen total blöden Tag und braucht das jetzt mit den quietschenden Reifen. Armer Mensch. Es geht gar nicht um mich". Das half.

Solche Erlebnisse habe ich immer noch gelegentlich, auf der besagten Straße, aber sogar auch auf Spielstraßen (Frank, Du erinnerst Dich sicher an unsere Rückfahrt von Schöneberg zum Bundesplatz, am Park vorbei) – das ist schon manchmal heftig. Es ist wirklich wichtig, dabei ruhig zu bleiben und sich nicht drängeln zu lassen. Wer will schon versehentlich ein Kind überfahren? Dann lieber den Zorn der anderen Autofahrer auf sich ziehen. Ich sage mir dann immer, dass es eigentlich gar nicht um mich oder das Fahrtempo geht, sondern die irgendein ganz anderes Problem haben, das ich sowieso nicht lösen kann und will. Das hilft, ruhig zu bleiben und nicht herum zu schimpfen. Ich fahre jetzt täglich zur Arbeit und mein Gefühl von Sicherheit wächst. Meinem Gefühl nach macht es durchaus Sinn, nicht gleich alles zu wollen, sondern erst einmal auf vertrauten Strecken Routine im Umgang mit dem Auto und dem Verkehr zu gewinnen. Der verändert sich sowieso immer – man kann auf derselben Strecke immer wieder ganz neue Situationen erleben.

Kompliziertes Parken

Kundenparkplatz Fitnessstudio, vor der Schranke, Rampe aufwärtsEin spezielles Thema ist natürlich das Parken, vor allem rückwärts. Mir ist seitlich rückwärts lieber als quer, aber auch seitlich klappt es manchmal auf Anhieb und manchmal gibt es Schwierigkeiten. Quer ist mir immer etwas unheimlich, ich habe immer Angst, eines der nebenstehenden Autos zu beschädigen oder gegen einen von diesen blöden niedrigen Pfosten zu fahren, die kein Mensch vom Auto aus sehen kann und fahre ganz ganz langsam. Der unter Umständen wartende Verkehr muss mir dabei egal sein, das klappt auch ganz gut. Ich lande fast immer erst mal zu dicht an dem einen oder dem anderen Nachbarauto und muss korrigieren. Auf meine frustrierte Nachfrage bei Frank meinte der, das sei klar, das läge daran, dass ich die ganze Prozedur dicht an der Autoreihe beginne, in die ich mich stellen will. Da ist der Winkel nicht so gut. Auf sehr befahrenen Straßen ist das aber schwer zu ändern, also fahr ich erst mal hinein, lasse die Wartenden vorbei und korrigiere dann (zugegeben manchmal mehrmals…). Ich freue mich auf die Zeit, in der dieses Thema keins mehr ist. Meine Freunde schwören, dass die kommt.

Hier noch eine meiner ersten größeren Herausforderungen in Sachen Parken: Das Erreichen des Kundenparkplatzes von meinem Fitnessstudio. Das liegt in einem Schöneberger Kiez, wo es wirklich sehr schwierig ist, "normale" Parkplätze zu finden. Der Parkplatz ist nur über eine schmale und wirklich steile Rampe zu erreichen, und der Apparat für die Parkmünzen befindet sich sinnigerweise hinter der zu öffnenden Schranke! Frau muss also auf die Rampe fahren, dort anhalten, aussteigen, Münze in den Apparat werfen, möglichst schnell zurück ins Auto hechten (die Schranke hat keinen Sensor, wie ich inzwischen weiß), an dem steilen Berg anfahren und durch die Schranke. Die Rampe macht da eine leichte Kurve, neben Anfahren ohne Abwürgen gilt es also auch, nicht vor die Mauer zu fahren.

Auf dem Rückweg dasselbe, es sei denn, es ist ein Beifahrer dabei, der die dann wiederum fällige zweite Münze in den Schlitz wirft. Habe ich nicht dabei, und mein Auto macht in kopfüber Steillage manchmal Geräusche wie die untergehende Titanic. Es rollt aber wirklich nicht los. Ich war ein erstes Mal mit Frank dorthin gefahren, zum Ausprobieren.

Fitnessparkplatz, vor der Schranke, Rampe abwärtsIch würde jeder/jedem Angsthäsin/Angsthasen raten, noch ein paar Fahrstunden im eigenen Auto zu absolvieren. Das gibt Gelegenheit, alltägliche Strecken so zu üben, dass man schwierige Stellen erst einmal gemeinsam betrachten und überlegen kann, wie man damit am besten umgeht. Beim Rampen-Experiment mit Frank kam ich auch rauf, gab allerdings bei schleifender Kupplung viel zu viel Gas, und das Auto fing an, im Innern etwas streng zu riechen. Der Motor (oder das Getriebe?) war heiß gelaufen. Frank riet mir, künftig mit weniger Gas da herauf zu fahren. Offen gestanden hatte ich für mich an dem Tag eigentlich schon schweigend beschlossen: Nie. Niemals tue ich mir das hier jetzt öfter an. Das geht gar nicht. Meine Schwester, passionierte und sehr erfahrene Autofahrerin, sagte mir ebenfalls: Nein, sowas will man ja nicht. Park woanders.

Nachdem ich aber später zum ersten Mal allein eine halbe Stunde lang zwischen Fußgängern, Kleinkindern und Fahrradfahrern (was, hier ist eine Straße, auf der auch Autos fahren??) durch Schöneberg gekurvt war und nicht die Andeutung eines Parkplatzes gefunden hatte, fuhr ich mit Todesverachtung im Gesicht auf die Rampe. Und es klappte! Ich war total ruhig, so nach dem Motto: Okay Du blöde Rampe, Dich schaff ich jetzt. Und bin ganz cool da herauf gefahren. Gerochen hat es auch nicht, die Gas-Dosis stimmte offenbar diesmal. Tja, nun parke ich da meistens zweimal in der Woche, manchmal würge ich beim Anfahren auch den Motor ab, einmal passierte das auch zweimal hintereinander, dann klappte die Schranke herunter, ich stand noch draußen, sehr blöd das, das sind halt so Sachen, die passieren. Aber was solls. Meistens geht es gut.

Wichtige Erfahrungen

So ist es eigentlich insgesamt: Das Allermeiste klappt gut. Manchmal macht man bzw. frau sich ein bisschen "zum Horst", wie eine gute Freundin von mir sagen würde. Zum Beispiel, wenn ich an der Tankstelle zweimal hintereinander an eine Zapfsäule fahre, die nicht auf der Seite steht, wo mein Tankdeckel ist. Oder ich dieses Feststelldings am Zapfhahn nicht festgestellt kriege. Oder ich einen schlechten Einpark-Tag habe und ein freundlicher Fußgänger anfängt, mich in eine riesige Parklücke einzuweisen. Da lächle ich dann freundlich, bedanke mich sehr, frage, ob er zu engagieren ist und denke mir, schön, hatte der ein Erfolgserlebnis bzw. die Leute an der Tanke was zu lachen.

Das hört sich jetzt etwas reibungsloser an, als es sich in der Situation manchmal anfühlt, aber es lohnt sich sehr, sich um eine solche Haltung zu bemühen. Und wirklich gefährlich wird es eigentlich nicht, solange man daran denkt, bei allen Richtungsänderungen – und möglichst auch so immer wieder – in die Spiegel zu schauen (also der Fliegen-Kreisel-Blick). Dann übersieht man eigentlich nichts Wichtiges. Wenn man dann nach einiger Zeit auch mit der Schaltung des Autos und mit Gas, Bremse und Kupplung gut zurechtkommt, kann man auf das, was man sieht, auch schnell reagieren.

Was noch kommt, sind längere Fahrten auf der Autobahn und auf Landstraßen. Ich bin da jetzt gerade ganz zuversichtlich. Sollte ich aber doch Angst entwickeln, würde ich wieder "Schaffen Wir" anrufen!

Nachtrag

Ich komme gerade aus einem mehrwöchigen Urlaub zurück, in dem ich ganz oft Landstraße gefahren bin – noch dazu mit einem fremden Auto. Ganz neue Erfahrung, dieser Wechsel von geraden Strecken, weiten und engeren Kurven, Orten und Hindernissen wie Treckern usw. Aber – ich habe die Geschwindigkeitswechsel gut hinbekommen und auch keine Kurve zu schnell genommen! Mein Landstraßen-Schalttrauma scheint überwunden!!


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