Sabine überwindet ihre Panik auf der Autobahn

Angst vor Atemnot und Angst vor Herzinfarkt auf der Autobahn

Sabine überwindet ihre Panikattacken , fährt wieder einigermaßen angstfrei auf der Autobahn

Kommentar: Sabine liebt die schöne Natur rund um Berlin. Sie hat sich mit ihrem Mann einen Wohnwagen gekauft und diesen an einem Brandenburger See abgestellt. Die Fahrt dahin am Wochenende wird allerdings immer schwieriger. Auf der der Autobahn quälen sie böse Panikattacken.

Sabine stellt das Autobahnfahren ein. Aber auch bei der Arbeit müsste sie die Autobahn benutzen. Das Problem wird immer dringender. Schließlich vertraut sie sich einer Therapeutin an und sucht im Laufe der Therapie unsere Fahrschule Schaffen Wir auf. Diese Verbindung - Therapie und praktische Übungen mit der Fahrschule auf der Autobahn zur Überwindung der Panik - halten wir für sehr effektiv. Sabine gelingt es tatsächlich, ihre Panik los zu werden. Schön! Im Anschluss lesen Sie ihren Erfahrungsbericht. Auch wie es ihr nach der Betreuung in der Fahrschule erging. Der Bericht ist daher zweigeteilt.

Wir danken Sabine sehr herzlich, dass Sie sich für das monatliche Angsthasentreffen zur Verfügung gestellt und den atemlos lauschenden Angsthasen von ihren Erfahrungen berichtet hat.

Hallo, liebes Team der Fahrschule SCHAFFEN WIR GmbH,

lieber Herr Müller,

Hier nun endlich, wie versprochen, mein kleiner Beitrag über die Fahrschule. Sorry für die kleine Verzögerung.

Eine schöne Woche wünscht Ihnen allen Sabine.

Frage: Warum braucht man eine Fahrschule für ANGSTHASEN?

Antwort: Weil es ganz viele Ängste beim Autofahren (und dazu Vorgeschichten) gibt; sei es in der Stadt, bei der Fahrprüfung oder auf der Autobahn.

Und das WAR mein Problem - Panikattacken beim Fahren auf der Autobahn. Das ist gefährlich, das ist Lebensqualität mindernd, das ist .... nicht gut!

Autobahn, Tunnel, nach RegenschauerIch habe mir diese (einzigartig in Berlin!) Fahrschule aus dem Internet gegoogelt, weil es eine letzte Möglichkeit für mich war, gegen die Panikattacken anzukämpfen und mir die Autobahn "zurück zu erobern"!

Vorgeschichte - ich lerne, langsam zu fahren

Erstmals hatte ich eine Panikattacke (dass es Panikattacken sind, erfuhr ich erst viel später) 2002, auf der A9, in Thüringen, also genau auf halber Strecke, denn ich wollte von Berlin kommend nach München. Ich dachte an Herzinfarkt, an Schlaganfall - merkte, dass es mir nicht gut ging. Aber spätere Untersuchungen ergaben, medizinisch ist alles in Ordnung. Ich kämpfte dagegen an u.a. mit Psychotherapie und für die Praxis habe ich mir die Fahrschule Schaffen wir GmbH gesucht.

Tja - und der Herr Müller (Inhaber der Fahrschule und Angsthasen-Fahrlehrer) und ich, das war schon eine sehr gute Einheit. Er hat es geschafft, mir eine gewisse Ruhe bei der Autobahnfahrt zu geben; mir die ständige Angst genommen, zu langsam zu fahren und so ein Verkehrshindernis zu sein; mir Tricks und Kniffe verraten, dem "Tunnelblick" entgegen zu wirken!

Die ruhige Art von Herrn Müller übertrug sich auf mich, die Hinweise und Tipps, die er mir in dieser Zeit gab, sind auch allein im Auto gut für mich umzusetzen.

Tja und nach 6 Doppelfahrstunden war es geschafft, ich fahre wieder auf der Autobahn und es ist ein tolles Gefühl.

Danke Herr Müller und danke auch an alle Mitarbeiter der Fahrschule, die alle sehr verständnisvoll waren.

Von meinem iPad gesendet


Hallo, liebes Team der Fahrschule,

also, ich werde Samstag kommen - 100%.

Und hier nun endlich meine kleine Ergänzung:

Meine Erfahrungen beim selbständigen Fahren auf der Autobahn

Ich fahre wieder auf der Autobahn heißt für mich, es "funktionieren" wieder Fahrten, die ich so nicht mehr machen konnte. Und ich fahre immer allein.

Für mich waren alle Autobahnen und Tunnel ein Problem, also auch die Berliner Stadtautobahn, wo ja meist nur 80 km/h erlaubt sind. Damit habe ich erstmal angefangen. Und das hat auf Anhieb geklappt, VOLLKOMMEN angstfrei, auch die Tunnel. Es ist ein tolles Gefühl gewesen, meine erste angstfreie Fahrt. Dann habe ich meine Autobahnfahrten aufs Berliner Umland erweitert, eine bekannte Strecke für mich, die ich eben auch schon seit 3 Jahren nicht mehr fahren konnte. Auch die habe ich übers Schönefelder Kreuz geschafft. Dann bin ich von Berlin bis Frankfurt/Oder gefahren, das ging früher gar nicht mehr. Und ich muss zugeben, da habe ich schon zwei-, dreimal das Gefühl gehabt, ja - jetzt könnte es gleich kippen! Ich bin trotzdem weitergefahren - langsamer - auch unter 100 km/h. Ja, das z.B. habe ich durch Herrn Müller, meinen Fahrlehrer, gelernt, es ist keine Schande langsamer ALS DIE ANDEREN zu fahren.

Zwischendurch sehe ich immer mal zur Seite, um nicht in den Tunnelblick zu verfallen, auch das habe ich bei Herrn Müller gelernt.

Verhaltenstherapie und praktische Übungen auf der Autobahn mit der Angsthasenfahrschule

Für die richtigen Panik-Attacken-Angsthasen, also diejenigen, die denken, wenn eine Panikattacke kommt sie müssten gleich sterben, haben Atemnot, Herzrasen, ein Gefühl des Nebensichstehens und, und, und... empfehle ich aber zeitgleich und längerfristig eine Verhaltenstherapie beim Psychotherapeuten. Das ist heutzutage keine Schande mehr. Da lernt man z.B. Atemtechniken, die gut während des Fahrens angewandt werden können.

Zusammen mit weiteren Techniken, die ich durch Herrn Müller lernte (lautes sprechen oder singen, auch wenn man alleine fährt) - hat man gute Chancen, seine Angstattacken in den Griff zu bekommen.

Also dann tschüss bis Samstag - MfG Sabine

 


 

Anmerkung F. Müller: Panikattacken, Agoraphobie, Autobahn

Wer sich über Panikattacken informieren will, lese die guten Zusammenfassung in der Wikipedia: Panikattacke

Bei Panikattacken herrscht stärkster körperlicher Alarmzustand: Atemnot, schneller Atem, Schwindelgefühle, starkes Herzklopfen, Muskelzittern, starke Angstgedanken wegen der Panik (ich werde ohnmächtig, bekomme einen Herzinfarkt), das Gefühl, neben sich zu stehen. Die Panikattacken treten unvermittelt, ohne äußeren Grund auf.

Wenn die Panikattacken in bestimmten Situationen auftreten, dann spricht man von eine Agoraphobie. Agoraphobie vom griech. für "Platzangst". Viele der hilfesuchenden Angsthasen, die sich an uns wenden, leiden an Panikattacken auf der Autobahn. Da sie sofort einsehen, wie sehr die Verkehrssicherheit darunter leidet, meiden sie die Autobahn konsequent. Die Angststörung lässt sich dadurch jedoch nicht wegdrücken, sie zieht weitere Kreise, wie ein Stein, den man ins Wasser wirft. Weitere Situationen, die davon erfasst werden: Bundesstraßen, große, innerstädtische Durchgangsstraßen, kleinere Straßen.

Panikattacken auf der Autobahn

Auf der Autobahn sind die nachfolgend genannten Situationen besonders provozierend. Die genannten Situationen hindern die Betroffenen daran, die Autobahn bei jeweils drohenden Panikattacken schnell zu verlassen und steigern das Angstgefühl:

  • Autobahn mit wenig Ausfahrten
  • Tunnel
  • Überholen von Lkw
  • Fahren auf dem mittleren oder ganz linken Fahrstreife
  • Beschleunigungs-/ Einfädelungsstreifen rechts mit vielen Kfz

Ebenfalls ängstigend wirkt das Fehlen von Seitenstreifen.

Äußerer Hauptfaktor für das Auslösen von Panikattacken ist die Geschwindigkeit. Bei den meisten Betroffenen geht es los bei Geschwindigkeiten von mehr als 80 km/h.

Viele Angsthasen mit Panikattacken ängstigen sich vor dem schnellen, plötzlichen, unvermuteteten Auftreten der Panik. Diese müssen lernen, sich genauer zu beobachten. In allen Fällen lassen sich aber Vorstufen des Auftretens feststellen. Dadurch lassen sich Panikattacken schon im Vorfeld erahnen und besser steuern.

Bewältigung von Panikattacken

(Fortsetzung)


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