Die SchaffenWir-Methode - in 7 Schritten Fahrangst und Stress im Auto überwinden

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Was Menschen mit Angst vor dem Auto oder Angst vor dem Autofahren wirklich hilft:

Die SchaffenWir-Methode - in 7 Schritten Fahrangst und Stress im Auto überwinden

Einfahrt in die Autobahn - aufregendFahrängste sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Man schätzt, dass in Deutschland etwa eine Million Menschen davon betroffen sind. Sie haben Angst vor dem Auto, Angst vor dem Autofahren, Angst vor dem Verkehr, Angst vor der Autobahn, Angst vor einem Unfall... In der Fahrschule Schaffen Wir versuchen wir schon seit vielen Jahren, Menschen mit Fahrängsten zu helfen, damit sie wieder unbeschwert und sicher fahren können.

Unzählige Menschen empfinden Stress im Auto, bei der Parkplatzsuche, im dichten Großstadtverkehr, wo  so viele Informationen beachtet werden müssen, oder wenn Drängler auf der Autobahn nerven. Die Belastungssituationen machen nervös, schwächen die Konzentration, führen eventuell zu erheblichen Fahrfehlern. Fahrschüler empfinden darüber hinaus Stress bei der Fahrprüfung. Die Fahrschule Schaffen Wir bietet mit der SchaffenWir-Methode auch die richtigen Schritte gegen Stress beim Autofahren.

Aufgrund unserer langen Erfahrungen, nach vielen Diskussionen mit Betroffenen, und nach eingehender Beratung mit dem Verhaltenstherapeuten H.J. Ruhr haben wir die wichtigsten sieben Schritte zusammengestellt, um Fahrängste und Stress beim Autofahren zu überwinden. Nach dem Namen unserer Fahrschule Schaffen Wir nennen wir die Methode, Fahrängste und Stress in 7 Schritten zu überwinden, die SchaffenWir-Methode.

Wie sollten Sie am besten mit Ihrer Angst umgehen? Was können Sie unternehmen gegen Ihre Angst?

1. Nehmen Sie Ihre Fahrangst und Ihren Stress ernst, sprechen Sie darüber, informieren Sie sich

Trauen Sie Ihren Gefühlen:

Bekannte oder Freunde werden Ihnen angesichts Ihrer Fahrängste vielleicht raten: „Fahr einfach los und bleib locker!“ Oder: „Vergiss Deine Angst, fahr nur auf die Autobahn!“ Leider wird das so nicht funktionieren. Im Gegenteil, es kann vielleicht sogar zu noch größerer Angst führen. Denn Ihre Angst sitzt so tief, dass Sie sie nicht „einfach“ vergessen können. Sie ist Ausdruck großer Sorge, dass etwas Schlimmes passieren könne: Sie würden vielleicht die Kontrolle verlieren, versagen, Ihr eigenes Leben oder das anderer wäre bedroht, wenn sie wirklich fahren. Ihre Angst ist vielleicht übertrieben, übermäßig, das wissen Sie selbst bei ruhigem Nachdenken. Dennoch bestimmt oder lähmt sie Ihr Handeln. Nur wer Ihre Angst so ernst nimmt, wie Sie es tun, kann Ihnen helfen.

Versuchen Sie, die Art Ihre Fahrangst genauer zu bestimmen:

Nehmen Sie sich Zeit für Selbstbeobachtung, lesen Sie Fachbücher, recherchieren Sie im Internet oder lassen Sie sich von Fachleuten beraten. Man kann, für einen ersten Zugang, beim Gebiet der Fahrängste folgende spezielle Ängste unterscheiden:
a) allgemeine Ängste, z.B. nach Umzug in die Großstadt, Auto- oder Verkehrsangst
b) Prüfungsangst
c) andere soziale Ängste wie Angst vor Beifahrern, Zuschauern, Dränglern
d) Unfallangst nach einem Unfall
e) agoraphobische Ängste mit Panik, wie Angst vor der Autobahn oder Angst vor Lkw
In der Praxis der Fahrschule Schaffen Wir spielen die unter a) genannten Ängste die größte Rolle, dann folgen b) und c).

Beobachten Sie selbst: Wie stark ist meine Fahrangst, wie sehr lähmt sie mich? Wirkt sie auch in andere Lebensbereiche hinein?

Je nachdem können Sie es wahrscheinlich nicht alleine schaffen, sondern Sie brauchen Hilfe von Fachleuten. Z.B. von einem Fahrlehrer einer Angsthasenfahrschule oder von einem Psychotherapeuten (Richtung Verhaltenstherapie).

Fahren Sie nicht ohne Hilfe, wenn Ihre Angst vorm Autofahren zu stark ist!

Wenn Ihre Angst vorm Autofahren stark ist, dann werden Sie auch sehr unsicher fahren. Es ist in diesem Falle besser, das Fahren aus Sicherheitsgründen vorläufig zu vermeiden und sich zuerst Hilfe von Fachleuten zu holen.
Wer auf der Autobahn Panikattacken am Steuer erleidet, ist eine Gefahr für sich und andere. Oder wer in der Fahrprüfung so nervös ist, dass er mit den Muskeln zittert und krampft, so dass er das Brems- oder Kupplungspedal nicht trifft, kann kaum noch richtig fahren; außerdem wird er so die Fahrprüfung nicht schaffen. Mit Zwang und „eisernem Willen“ geht hier schon gar nichts! Die Fachleute werden Ihnen vielmehr zu einem Schritt-für-Schritt-Programm raten.

2. Lernen Sie mit Ihren körperlichen Symptomen umzugehen. Trainieren Sie Stressentspannung

In jeder Angst- und Stres-Situation werden auch körperliche Symptome auftreten, Überreaktionen, die Ihnen schwer zu schaffen machen, purer Stress: Z.B. Schwitzen, Muskelzittern, Muskelkrampf, Herzklopfen, Atemnot, Schwindel, Blackout. Solche körperlichen Symptome wirken sich verheerend auf Ihre Fahrtüchtigkeit aus. Wer an Muskelzittern oder an Schwindel leidet, kann im Grunde nicht mehr fahren. Es gibt aber viele sinnvolle Übungen, mit denen sie die körperlichen Überreaktionen in den Griff bekommen können. Das ist ein schöner, unmittelbar erfolgversprechender Einstieg in den Umgang mit der Angst. Lassen Sie sich von Fachleuten beraten. Sehr förderlich für die Ausbildung ist es z.B., wenn Sie während der Belastungsituationen im Verkehr Ihrem Fahrlehrer iIhren Nervositätsgrad (auf einer Skala von 1 bis 10) nennen können. Dies ist der erste Schritt, um Anti-Stress-Übungen sinnvoll einzusetzen.

3. Denken Sie vernünftig über Ihre schlimmsten Befürchtungen nach, überwinden Sie Ihre Gedankenfalle

Lkw überholen auf der Autobahn - das macht vielen AngstDas Nachdenken in Ruhe kann das „schwarze Loch“ ihrer Sorgen und Befürchtungen ein bisschen weniger schwarz erscheinen lassen. Sie fürchten sich z.B. vor der Autobahn, weil sie dort viele schlimme Unfälle befürchten. Dann lesen Sie doch Berichte über die Autobahn. Sie werden überrascht feststellen, dass die Autobahn die sicherste Straßenform ist. Stellen Sie sich doch auf die Brücke über einer Autobahneinfahrt und beobachten Sie das Verhalten der Fahrer: Diese verhalten sich durchaus kooperativ, jeder ist bereit, die Ankommenden herein zu lassen, Platz zu machen. Das widerspricht doch Ihren Befürchtungen? Oder Sie sind z.B. Leiterin eines Friseursalons und haben Befürchtungen, dass Ihre Kunden Sie beim – mehr oder weniger fehlerhaften – Einparken vor Ihrem Laden beobachten und hämische Kommentare dazu abgeben. Ihre Befürchtungen gehen sogar soweit, dass (in Ihren Gedanken) Ihre Kunden Ihnen vorwerfen, wegen Ihrer Parkfehler seien Sie auch unfähig, den Friseursalon ordentlich zu leiten. Und nun denken Sie darüber nach:  Sind denn alle Ihre Kunden solche Monster? Oder gibt es nicht auch nette darunter? Und werden denn diejenigen, die den Parkvorgang kritisieren, wirklich auch Ihre Leitungsfähigkeiten in Frage stellen??

4. Versuchen Sie, nach langer Fahrvermeidung Ihre Fahrkenntnisse wieder aufzufrischen

Nach langer, sicher auch aus Verantwortung ausgeübter Fahrvermeidung sind Ihre Fahrkenntnisse eingerostet. Trainieren Sie diese vielleicht mit Hilfe eines einfühlsamen Fahrlehrers wieder von Grund auf. Wichtig ist vor allem der gründliche Umgang mit dem Auto und der Fahrtechnik (Gas geben, Bremsen, kuppeln, lenken schalten, langsames Fahren in einigen Varianten). Denn damit spüren Sie deutlich: Ich habe nun wieder die Kontrolle über die Machine. Und das ist auch direkt angstabbauend. Allerdings werden Sie mit Auffrischung allein die Ängste nicht vollständig abbauen.

5. Üben Sie einen ruhigen, sehr vorsichtigen, verzichtenden Angsthasen-Fahrstil

Bis jetzt haben Sie sich, vielleicht mehr oder weniger widerwillig, vom allgemeinen Verkehrsgeschehen mitziehen lassen. Der Grund war, dass Sie niemanden behindern, niemandem im Weg stehen wollten. Diese Einstellung ist aber gefährlich für Sie: Denn Sie hindert Sie daran, die einstürmenden Informationen in Ruhe zu verarbeiten. Statt dessen sehen Sie sich in der Eile gezwungen, Augenblicksentscheidungen zu treffen, hinter denen Sie womöglich gar nicht stehen. Sie wechseln z.B. den Fahrstreifen, obwohl Sie gar nicht genau wissen, ob die nachfolgenden Pkw-Fahrer Sie wirklich rüberlassen wollen. Solche Augenblicksentscheidungen aus purer Not lassen aber ein ganz schlechten Eindruck zurück. Auch wenn nichts passiert ist, sie haben ein übles Gefühl, weil Sie die Kontrolle nicht hatten, und weil doch etwas hätte passieren können. Mit anderen Worten: Ihre Angst steigt. Fahren Sie also langsam, ruhig, behindern Sie ein bisschen. Fahren Sie sehr, sehr vorsichtig, wie es Ihnen Ihr Gefühl rät. Sie werden merken, da passiert nichts. Aber Sie haben die Kontrolle über Ihre Fahrt, und darauf kommt es an. Irgendwann werden Sie sicherer und fahren flotter, aber mit Überblick.

6. Konfrontieren Sie sich mit Ihrer Fahrangst, nähern Sie sich Ihrer Angstsituation Schritt für Schritt in einem sinnvollen Übungsprogramm

Wer sich mit seiner Fahrangsten konfrontiert, macht immer wieder die Erfahrung, dass diese zurückweicht und geringer werden. Wer z.B. Prüfungsangst hat, wird vor allem von der Angst geplagt, Fehler zu machen und damit völlig zu versagen. Üben Sie also im Unterricht mit Ihrem Angsthasen-Fahrlehrer, Fehler zu machen und sich daraus wieder herauszuhelfen. Dann verlieren Sie die Angst davor und fahren entspannter. Sie können z.B. das Abwürgen des Motors an einer Ampelkreuzung bei Grün üben. Am besten überlegen Sie sich vorher, was Sie in dieser Lage tun können. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, den Motor schnell oder gar hektisch wieder anzulassen. Wichtig ist vor allem, a) den Wagen mit der Bremse zu sichern und b) die Reaktion der anderen zu beobachten und zu beurteilen. Diese könnten vielleicht verärgert sein und versuchen wollen, sie links oder rechts zu überholen. Dann warten Sie eben ab.

7. Üben Sie das selbständige Fahren

Freuen Sie sich über Ihre Fortschritte und loben Sie sich, wie Ihre Angst vor dem Autofahren verschwindet, und wie Sie immer mehr Situationen vernünftig kontrollieren können

Bei vielen Angsthasen/häsinnen ist das Selbstbewusste junge Frau am SteuerSelbstbewusstsein so kaputt, dass sie selbst große Fortschritte in Zweifel ziehen. Bitte tun Sie das nicht, Sie schaden sich damit. Wenn Sie Fortschritte beim Auffrischen Ihrer Kenntnisse und bei der Schritt-für-Schritt-Behandlung Ihrer Ängste gemacht haben, dann seien Sie lieb zu sich; lassen Sie zu, dass Sie das spüren und positiv erleben. Freuen Sie sich darüber, loben Sie sich selbst! Sagen Sie nicht „ja, aber...“, sondern seien Sie freundlich zu sich selbst und erkennen Sie Ihre Fortschritte an.

Trainieren Sie schon zu Ende der Ausbildung das selbständige Fahren:

Sie können z.B. schon während der Ausbildung in einer Angsthasenfahrschule Hausaufgaben machen. Wenn Sie während der Übungsstunden weit fortgeschritten sind, empfiehlt es sich, zu erst einmal ganz Leichtes zu üben: Z.B. Fahren Sie zu Anfang am Sonntag Morgen in einer Wohnstraße, üben Sie auch das Einparken. Das selbständige Fahren ist für viele sehr schwer, es wird auch Rückschläge geben. Dennoch ist es das Ziel jeder Ausbildung.

Integrieren Sie nach Ihrem Anti-Angst-Training das Fahren in Ihren Alltag:

Das Training mit Fachleuten kann nur ein erster Schritt sein, in dem Sie lernen, besser smit Ihrer Angst umzugehen. Hinerher kommt es aber darauf an, die Sache zum selbstverständlichen Teil Ihres Lebens zu machen. Fahren Sie z.B. zweimal in der Woche einkaufen oder zur Arbeit oder Kinder wegbringen oder abholen. Der „innere Schweinehund“ wird sich leider immer wieder melden und Ihnen einreden, es sei ja viel einfacher, nicht zu fahren: Dann hätten Sie auch keine Angst mehr. Fahren Sie dennoch und erleben Sie, dass Sie die Angst auch beim Fahren verschwinden lassen können.

Besuchen Sie auch Angsthasenseminare, die von Psychologen oder Angsthasenfahrschulen angeboten werden. Dabei lernen Sie auch andere kennen, die ähnliche Ängste und Sorgen haben wie Sie und können sich mit ihnen austauschen. Das kann sehr ermutigend sein!


Frank Müller


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Kommentare  

 
+4 #1 SYlke 2012-04-17 21:00
Danke..ihr habt mir sehr geholfen...bin schon total verzweifelt..!Hab seit 1monat meinen Führerschein...und seit zwei wochen mein eigenens auto...aber diese angst macht mich alle...dank euer seite weis ich nun das ich eigentlich alles richtig mache...meine erste fahrt mit dem auto lief super ...ABER DANN...Ich dachte fahre gleich mal zur arbeit mit dem fahrschulauto hab ich das schliesslich auch geschafft naja ...Stadtverkehr-kreuzungen ...mein auto wollte nie los fahren wenn ich dufte ...hab den Motor abgewürgt usw..Dann berg anfahren ich kam nicht so schnell vom fleck ...es hupte ...ich sah im spiegel und der fahrer hinter mir war am meckern...naja igendwie hab ich es dann doch zur arbeit geschafft...aber fragt nicht...eis kalte hände zittrige knie usw...und dann ich musste ja auch wieder zurück nach hause...und war froh das Auto wieder auf dem parkplatz zu stellen ...dort stand es dann auch erstmal paar tage...und jetzt fahre ich kleine strecken und die angst geht weg...DANKE
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