Bild des Monats Februar: Wildwechsel
Bild des Monats Februar: Wildunfall
Ein Wildunfall entsteht, wenn Sie einen Zusammenstoß mit einem Wildtier haben oder wenn Sie wegen einem Wildtier ausweichen und deswegen ein Schaden entsteht.
Häufigkeiten
Laut Auskunft der deutschen Versicherer gibt es im Jahr ungefähr 250.000 Wildunfälle. Die Kosten für die Regulierung der Blechschäden betragen ca. 500 Mill. €. Als Folge der Wildunfälle werden 2.900 Menschen verletzt, 13 Menschen sterben. Die Zahlen über die Zusammenstöße mit Wild sind wahrscheinlich noch zu gering, da die Versicherungen nur die von ihnen geregelten Teilkaskoschäden zusammentragen.
Die meisten Wildunfälle geschehen morgens und abends, da die Tiere hier am aktivsten sind. Häufige Jahreszeiten sind Herbst und Frühjahr, dann folgen Winter und Sommer. Das Wild wechselt über die Fahrbahn meistens an bekannten Pfaden. Die Pfade können aus dem Wald, aber auch über freies Ackerland auf die Straße führen. An diesen Stellen und häufigem Wechsel können die Behörden die bekannten Schilder Wildwechsel aufstellen. 80 % der verletzten oder getöteten Tiere sind Rehe, 10 % Wildschweine, der Rest andere. Wenn aus der Dunkelheit ein Reh auftaucht, dann ist es meistens nicht allein, die Tiere bilden oft eine Gruppe.
Abwehr von Wildwechsel
Die meisten Abwehrmaßnahmen haben nichts gebracht: Blinkende Folien, Duftstoffe, Abwehrtöne. Die sichersten Maßnahmen gegen Wildwechsel sind Wildzäune. Dazu gehören dann aber auch Wildbrücken, damit das Wild nicht in einem bestimmten Wald- oder Ackerbereich eingesperrt bleibt.
Sicheres Verhalten
Wichtig ist eine vorsichtige Fahrweise, besonders wenn Wildwechselschilder zu sehen sind. Dazu gehört, mit dem Tempo herunter zu gehen und die Fahrbahnränder zu beobachten. Wenn bei nächtlicher Fahrt Wildtiere seitlich sichtbar sind und noch Zeit bleibt, dann sollte von Fernlicht auf Abblendlicht geschaltet werden, damit die Tier nicht, geblendet, stehen bleiben. Dann muss aber ordentlich das Tempo verringert werden. Wenn ein schnelles Reh auftaucht und eine Kollisiion unvermeidlich ist, dann am besten das Lenkrad festhalten und beherzt auf die Bremse treten. Autos mit ABS oder ESP sind dafür besser geeignet. Auf keinen Fall ausweichen, da dies zu schlimmen Folgeunfällen führen kann: Kollision mit dem Gegenverkehr, Schleudern (dagegen hilft allerdings ESP), gegen Bäume oder in die gegenüberliegende Böschung fahren.
Achtung - Kleintiere: Dazu zählen Füchse, Vögel, Enten, Eichhörnchen. Wenn Sie scharf bremsen, gefährden sie eventuell nachfolgende Autofahrer. In diesem Fall dürfen Sie nicht bremsen (menschliches Leben geht immer vor), sondern Sie müssen diese armen Tiere überfahren.
Verhalten nach einem Wildunfall
Warnblinklicht einschalten, beobachten und rechts heran fahren. Warndreieck aufstellen. Ungefähre Position feststellen und das verletzte oder getötete Tier suchen. Das Tier allerdings nicht anfassen, es kann sonst zu wilden, schmerzbedingten Bissen kommen. Ungefähre Position bestimmen. Dann die Polizei anrufen - 110 - und die Sache melden. Diese wird von Ihnen den Standort des Unfalls wissen wollen und entweder den örtlichen Förster oder den Jagberechtigten benachrichtigen. Der kommt dann hoffentlich bald und nimmt das arme Tier mit. Sie bekommen vom Förster oder Jagdberechtigtern eine Bescheinigung über den Wildunfall, den Sie bei der Versicherung einreichen können.
Schadenregelung des Wildunfalls durch die Versicherung
Nur wenn Siie bei Ihrer Versicherung eine Teilkasko- oder Vollkasko-Versicherung abgeschlossen haben, bekommen Sie den Schaden bezahlt - bis auf den vorher abgemachten Eigenanteil, beispielsweise 250 €. Wenn Sie einen Schaden durch Ausweichen erlitten haben, kann es sein, dass die Versicherung die Entschädigung verweigert.
Menschern mit Fahrangst und Wildunfälle
Viele Wildunfälle sind, trotz aller Vorsicht, unvermeidbar. Man müsste sonst nachts, um diese zu vermeiden, geradezu gefährlich langsam fahren, beispielsweise nachts auf der Landstraße mit 20 oder 30 km/h.
(Fortsetzung, Bilder)