Februar_1 Der Winter nimmt kein Ende
Bild des Monats Februar:
Der Winter nimmt kein Ende
Das quer durchs Bild fahrende Auto befindet sich auf einer großen Durchgangsstraße. Diese ist trotz Schneefalls einigermaßen frei geräumt, durch Salzstreuung. Das schräg anfahrende Auto kommt aus einer Wohnstraße. Dort liegt mehr Schnee, denn die Stadtreinigung ist nicht verpflichtet, dort zu Salz zu streuen oder zu räumen. Im Gegenteil, für die Bäume wäre das schädlich.
Durch vieles Bremsen wird der Schnee im Mündungsbereich der Wohnstraße in die Durchgangsstraße schnell glatt. Damit müssen Autofahrer rechnen und hier besonder vorsichtig fahren.
Seit den 70er Jahren ist dieser Winter einer der härtesten. Nun meldet die Presse, dass sogar das Streusalz ausgeht. Dann dürften auch die großen Straßen nicht mehr frei sein. Allein die Autobahn würde noch freigehalten, wenigstens ein Fahrstreifen. Ansonsten gilt: Sehr vorsichtig fahren. Ja, der Winter ist ein Naturereignis, das manchmal weniger, manchmal heftiger auftritt. Dem muss man sich halt anpassen, trotz der modernen Technik.
Wintertipps:
Wir hören von anderen Fahrschulen, dass Fahrschüler bei solchen Wetterumständen massenhaft wegbleiben. Bei uns nicht, da sind wir ganz froh. Wir können sogar stolz vermelden, dass viele mutige Angsthasen wissen wollen, wie es sich im Winter fährt. Bravo! Denn die Winterumstände sind nicht nur eine Last, sondern eine eigene Herausforderung, aus der man viel lernen kann.
- Frostschutz, Winterreifen: Unter winterlichen Umständen oder möglichst schon vorher gehören Frostschutz in den Scheibenreiniger und Winterrreifen auf die Räder.
- Schnee und Eis auf dem Auto: Vor dem Losfahren das Auto komplett von Schnee und Eis befreien: Nicht nur alle Scheiben, sondern auch das Dach. Räder und Radläufe auf anhängende Eis- und Schneebrocken absuchen, diese abklopfen.
- Parkplatz voller Schnee und Eis: Wenn das Auto in einem mit Schnee befüllten Parkplatz steht, den Schnee möglichst vorher wegräumen. Sonst könnte die Ausfahrt schwierig werden.
- Anfahren aus einem verschneiten Parkplatz: Beim Ausfahren aus dem Parkplatz wenig Gas geben, besonders bei eingeschlagenen Rädern. Sonst rutschen die angetriebenen Reifen schnell und hilflos durch. Besser ist es dann, wenig Gas zu geben und bissche vor und zurück zu schaukeln. Helfen kann auch, unter die rutschenden Räder Fußmatten zu legen, oder sich einige kräftige Männer zu suchen, die helfen, den Wagen raus zu schieben.
- Schneehäufen am Rand der Fahrbahn: In Wohnstraßen, die nicht geräumt sind, sehr vorsichtig, sehr langsam fahren. Der Schnee wird meistens links und rechts Richtung Parkplätze geschoben. Das verengt den verfügbaren Fahrbahnraum. Außerdem wirken die Schneehäufen am Rand als unsanfte Bremse.
- Ausgefahrene Spuren in engen Straßen: Durch das Fahren in der Mitte werden in winterlich verschneiten Straßen oft tiefe Spuren ausgefahren. Wenn Gegenverkehr kommt, ist Weiterkommen praktisch nicht mehr möglich, ebensowenig Ausweichen. Ausweichen wäre auch praktisch nicht möglich, da man nun aus der Spur eine Art Eiswall hochfahren müsste. Also bleibt nur, rechtzeitig anzuhalten und zurück zu fahren.
- Kreuzungen, Einmündungen: Vorsichtig beim Hineintasten in große Straßen (s. Bild). Durch häufiges Bremsen und Wiederanfahren wird der letzte Teil der Fahrbahn sehr glatt.
- Bei schnellerer Fahrt (30, 40, 50 km/h) mit sehr verlängerten Bremswegen rechnen, auch wenn die Straße geräumt ist. Große Abstände einhalten, sehr früh und sehr weich bremsen.
- ABS: Wer ABS (Anti-Blockiersystem) im Auto hat, bremst und hält die Spur. Das ABS sorgt auch für einen möglichst kurzen Bremsweg. Dennoch bleiben die Bremswege, winterlich bedingt, lang! Ohne ABS wird's schwieriger: Da hilft nur noch die menschliche Stotterbremse - bremsen, wenn der Wagen rutscht, Bremse wieder loslassen. Leider ist das Verfahren langsam und verlängert die Bremswege sehr.
- Genau auf die Ampelsignale achten. Grün für die Fahrer und Rot für Fußgänger bedeutet, das Grün dauert nicht mehr lange. Jetzt nicht mehr Gas geben, eher langsamer fahren.
- Auf Fußgänger und Radfahrer achten: Sturzgefahr, beim Vorbeifahren extrem vorsichtig.
Helfen Sie anderen, die in Not geraten sind. Alles Gute für Sie, kommen Sie gut durch den Winter.
Kommentar: Fahrbahnen geräumt, Gehwege spiegelglatt
Während für Autofahrer hier in Berlin noch einigermaßen gesorgt wird, sieht es für die Fußgänger ganz traurig aus. Hauswirte und Berliner Stadreinigung haben je nach Situation eine Räumpflicht bzw. müssen dafür sorgen, dass die Gehwege sicher zu betreten sind. In Wirklichkeit sieht es so aus, dass weite Teile der Gehwege nicht geräumt sind, sondern bedeckt mit blankenm Eis, spiegelglatt. Für die Fußgänger, vor allem ältere oder jüngere mit Kindern, ist das eine gefährliche Falle. So melden auch viele Krankenhäuser einen zunehmenden Anstieg verletzter Fußgänger mit Knochenbrüchen. Viele ältere Menschen trauen sich angesichts der gefährlichen Lage schon gar nicht mehr aus dem Haus.
Nun wollen die Bezirke zunehmend Mitarbeiter des Ordnungsamtes losschicken, um die spiegelglatten Gehwege zu fotografieren und den betreffenden Hausbesitzern oder der BSR eine Ordnunsstrafe zu verpassen. Meiner Ansicht nach ist das verfehlte Politik, nach dem Motto: "Machen wir den Deckel zu, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist." Die Hausbesitzer werden auf die Anzeigen sicher mit entsprechender Verteidigung antworten ("mein privater Räumdienst hat leider versagt." Den Fußgängern, die mit Schmerzen im Krankenhaus liegen und wochenlang nicht mehr einsatzfähig sind, wird das alles nur wenig nützen.
Meiner Ansicht nach wäre hier der (rot-rote) Senat gefragt, der aber wie üblich im Dämmerschlaf versunken ist. Hier müsste der Senat den Bezirken angesichts der drohenden Gefahren das Heft aus der Hand nehmen und handeln!! Die BSR anweisen, dass sie ihre eigenen Stellen wegräumt und die der säumigen Hausbesitzer. Und wenn das Personal nicht reicht, dann zusätzlich und befristet jemanden einstellen. Es gibt genügend Arbeitslose, die gerne bei der Aktion mithelfen würden. Die Kosten könnte man immer noch hinterher der BSR bzw. den Hausbesitzern in Rechnung stellen. Ob es im Gegensatz zu den Rot-Roten die CDU besser machen würde? Ich weiß nicht, ob diese Leute wissen, wie es sich anfühlt, mit einem kleinen Kind an der Hand über spiegelglatte Gehwege zu rutschen.
Frank Müller
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