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radio 88.8 im rbb Interview zu Bewältigung der Fahrangst

Ruhig fahren, langsam fahren, lieber mal stehen bleiben, wieder zu Vernunft kommen

radio 88.8 im rbb interviewt Angsthäsin Katrin und Angsthasenfahrlehrer Frank Müller

Die beiden wurden von radio 88.8 rbb am 20. Oktober 2014 ins Rundfunkgebäude in der Masurenallee geladen. Den Reporter interessierte die Bewältigung von Fahrangst in der Großstadt, besonders, wenn hektisch gefahren und gedrängelt wird.

Das komplette Interview finden Sie unter folgendem Link: Interview Radio 88.8 RBB

 

SPIEGEL ONLINE über "Ängstliche Autofahrer: Panik an Bord"

"Angsthasen-Runde"

SPIEGEL ONLINE AUTO berichtet unter der Überschrift „Ängstliche Autofahrer: Panik an Bord“ wie die Fahrschule Schaffen Wir Angsthasen am Steuer betreut.

 

Panik am Steuer - die Angst fährt mit (Film im hr)

Panik am Steuer - die Angst fährt mit

Der Hessische Rundfunk/ Fernsehen zeigt in der Reihe "defacto" eine Film über Fahrangst

Reihe/ Format: Defacto

Titel des Films: Panik am Steuer - Wenn die Angst mitfährt Termine: So 17.11.2013, 18 Uhr. Wiederholung der Sendung: Mi 20.11.2013, 22.45 Uhr

Link zum Film (Achtung, nur sieben Tage anzuklicken. Wir bemühen uns um einen dauerhaften Link)
Vor dem Film über Fahrangst kommt ein anderer über das unnötige und tierquälerische Rupfen von Gänsen. Der Film über Fahrangst beginnt nach ca. 7 Minuten

Redakteurin: Anna Schilling. Kameraleute vom ZDF (Jörg und Frank)

Mitwirkende: Sandra Winkler, (ehemalige) Angsthäsin und Buchautorin. Frank Müller, Angsthasenfahrlehrer von der Fahrschule Schaffen Wir

   

Buchsprechung Sandra Winkler: Er nannte mich Fräulein Gaga

Wer hilft mir bloß bei meinen Macken und Ängsten?

Sandra Winklers Erlebnisreise durch den Psychomarkt

„Gaga“ bedeutet umgangssprachlich „bescheuert“, „behämmert“, „bekloppt“. „Fräulein Gaga“ wird unsere ehemalige Angsthäsin Sandra Winkler von ihrem Freund in dem Buch genannt, in dem sie ihre Erfahrungen mit der Überwindung ihrer vielen Macken und Ängsten schildert. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit ihrer Fahrangst bei der Fahrschule Schaffen Wir.

Sandra Winkler: Er nannte mich Fräulein Gaga. Macken, Ticks und meine Versuche, sie in 111 Tagen loszuwerden. Fischer Frankfurt 2013.

 

AZ Media TV zeigt Film über Alltagsängste und Fahrangst

Alltagsängste bewältigen

Auf einem Sendeplatz des Senders RTL erscheint ein Film über die Bewältigung von Alltagsängsten. Dabei geht es auch um Fahrangst

Am 17. Juli 2013 war ein Filmteam der Firma AZ Media TV in der Fahrschule Schaffen Wir. Sie drehten mit uns einen Film über die Bewältigung der Fahrangst. Eine weitere Angst, die im Alltag eine Rolle spielt, ist die Angst vor schlechten Lebensmitteln und die darauf folgenden Angst, krank zu werden und womöglich öffentlich erbrechen zu müssen. Aus Furcht davor trauen sich die Betroffenen nicht mehr in  die Öffentlichkeit. Die Filmfirma produziert Programmfenster für private Fernsehsender. Die Filmproduktionen sind neutral und völlig unabhängig vom Sender. Der Film über Alltagsängste wird  am Mo 26. August 2013 abends um 23.15 Uhr im Sender RTL gezeigt. Das Format heißt "30 Minuten Deutschland". Der Film heißt: "Kampf um Normalität - -Wenn die Angst das Leben beherrscht".

Pause bei den Dreharbeiten. Vorne Patricia, die Angsthäsin. Im Hintergrund das Filmteam, Inga, Redaktionsleiterin, und die beiden Kameramänner Dieter und StefanDie Filmleute brachten dieses Mal ihre "eigene" Angsthäsin mit. Das war neu für uns. Die Angsthäsin hatte sich nach einer Anfrage bei einem Forum bei ihnen gemeldet und sich für den Film zur Verfügung gestellt. Das Ziel des Verfahrens war wohl, strikte Neutralität zu gewährleisten und uns auf die Probe zu stellen, ob wir es auch mit einem uns fremden Menschen schaffen können.

Wir freuten uns auf die Aufgabe. Schließlich gibt es solche Herausforderungen tagaus, tagein. Denn zu Anfang sind wir uns alle noch irgendwie fremd, das gibt sich aber schnell. Die Angsthäsin Patricia erzählte beim Gespräch zu Beginn von ihrer Fahrangst. Sie hatte Angst im Stadtverkehr, Angst, den Überblick zu verlieren, Angst vor irrationalem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, Radfahrern oder Fußgängern. Sie traute ihren Fähigkeiten nicht und fürchtete Unfälle.

Das einführende Gespräch wurde von den Filmleuten aufgezeichnet. Dann fuhren wir zur Demonstration des praktischen Teils ins ruhige Gewerbegebiet.

Patricia durfte dort in Ruhe das Auto erkunden und ein bisschen mit den Bedieneinrichtungen spielen. Sie hatte vor Betreten des Autos noch große Angst vor dem Auto, oder besser Nervosität. Auf der Skala von 1 bis 10 immerhin 7! Nach dem Einstellen und Herumprobieren sank die Nervositätsstärke auf 4. Ein  schönes Ergebnis. Frank, Angsthasenfahrlehrer, der sie betreute, bat sie, sich diesen Ablauf zu merken und irgendwo im Gehirn an prominenter Stelle abzuspeichern.

Dann fuhren, oder krochen sie langsam los, immer unter Einsatz der Kupplung. Marianne sollte jederzeit das Gefühl der Kontrolle über den Wagen haben. Das ging dann auch besser.

Fehlerkorrktur-Übung - Liegenbleiben auf der Kreuzung

Eine der großen Ängste Patricias war, auf einer Kreuzung liegen zu bleiben und dort zur Gefahr für andere und für sich zu werden. Da das Gewerbegebiet wirklich sehr ruhig ist, beschlossen wir, die Bewältigung der Angst mit einer Fehlerkorrektur-Übung zu zeigen. Patricia sollte auf einer Einmündung mit Vorfahrt von rechts liegen bleiben, durch plötzliches Abwürgen des Motors.

Das Prinzip der Rettungsampel - Nothilfe im Stress: Rot = halten, beruhigen. Gelb = überlegen. Grün = umsetzen, handelnEin normaler, hektischer Ablauf dieses Vorgangs würde nun so aussehen, dass die Stress-gepeinigte Angsthäsin nach dem Abwürgen sofort und zitternd den Zündschlüssel packen, hektisch drehen und mit Vollgas losfahren würde. Alles reichlich gefährlich, nur so zu erklären, dass im Stress die Vernunft nicht funktioniert, sondern nur der Fluchtgedanke. So wie einst der Neandertaler vor dem Säbelzahntiger floh.

Wir dagegen wollten den normalen hektischen Ablauf durchbrechen und einen ruhigeren, sicheren Ablauf nach dem Fehler zeigen. Und so nahmen es auch die Filmleute auf. Patricia fasste sich nach dem Abwürgen des Motors, drückte auf die Bremse und sagte laut: "Ich beruhige mich!" Schon dieser kleine Satz beruhigt tatsächlich und bringt die Vernunft wieder zurück. Denn wer über die Nervosität sprechen kann, der aktiviert auch wieder die Vernunft. Dann sollte sie rundum schauen und laut Überlegungen anstellen, über die Verkehrslage und ihre weiteren Pläne. Tatsächlich kam nun ein Lastwagen gefahren. Aber Marianne war gefasst und winkte den Lkw-Fahrer vorbei. Schließlich, als nach einigen Winkeaktionen die Einmündung frei war, fasste sie einen Entschluss und bog vorsichtig nach links ab.

Die Rettungsampel

Patricia hat in dieser Szene nach dem Prinzip der "Rettungsampel" gehandelt. Das ist ein Nothilfsprogramm, wenn es mal brennt. und der Stress übermächtig wird.

Die Ampel hat bekanntlich drei Farben: Rot, Gelb und Grün. Nach diesen Farben und den ihnen zugrunde liegenden Bedeutungen funktioniert das Rettungsprogramm:

  • Rot im Rettungsprogramm heißt, anhalten oder wenigstens langsam fahren, sich besinnen und vor allem sich laut beruhigen. Dann werden die Stressgedanken und Nervositätssymptome durchbrochen, es herrscht wieder Vernunft.
  • Gelb im Rettungsprogramm heißt, Informationen zu sammeln und laut Pläne zu äußern, wie es anschließend weiter geht. Nun soll ausdrücklich wieder die Vernunft das Steuer übernehmen.
  • Grün im Rettungsprogramm heißt, die Pläne in die Tat umzusetzen.

Die Frage ist: Hat Patricia denn immer Zeit, anzuhalten oder wenigstens langsam zu fahren, um ihr schönes Rettungsprogramm einzusetzen? Geht das im hektischen Verkehr, wenn andere hupen und drängeln? Anders herum gesagt: Die Zeit muss sie sich einfach nehmen. Denn wenn sie einfach so weiter fahren würde, mit all ihrer inneren Unruhe und Nervosität, geplagt von Angstgedanken - was könnte da nicht alles passieren? Sie wäre schwer abgelenkt, die Kozentration weg bis zum Blackout. Wie soll sie unter diesen Umständen vernünftig und sicher fahren?

Auf der Rückfahrt in die Fahrschule passierte dann prompt ein schwerer Fehler im hektischen Verkehr: Patricia sah eine Radfahrerin sehr spät vor sich und wollte überholen, obwohl links hinter ihr gar nicht frei war. Dabei musste ihr Fahrlehrer eingreifen. Diese Szene haben sie hinterher noch ausführlich besprochen.

Patricia ist in solchen Situationen überfordert. Sie sieht die Radfahrerin spät,  kann Fahranfängerin nicht schnell und klar entscheiden ob ein Wechsel überhaupt möglich ist. Sie hat nun zwei Alternativen:

  1. Sich Zeit nehmen, hinter der Radfahrerin herfahren, ein bisschen behindern, warten, bis alle weg sind, dann erst nach links wechseln. Damit fährt sie  vernünftig und sicher.Das ist der neue Angsthasenfahrstil, der ihr hilft, ruhig und vernünftig zu bleiben.
  2. Sie schwimmt mit im Verkehrsstrom, traut sich nicht, jemanden zu behindern,  blinkt links und zieht auf Verdacht nach links. Sie hat aber zu wenig mitbekommen,vielleicht ist ein anderer Kraftfahrer ägerlich oder erschrocken. Er hupt. Nun ist sie, ohne zu wissen wie, in eine halbe Unfallsirtuation geraten. Das schürt die Angst. Bei jeder weiteren Situation wird sie nervöser.

Da fällt die Wahl für Angsthasen doch nicht schwer. Wir hoffen, der Film hat dies gut rüber gebracht.

Leider wollte oder konnte die Protagonistin nicht weitere Stunden nehmen, um an der Bewältigung ihrer Fahrängste zu arbeiten. Schade.

Andere Filmteile

Neben der Fahrangst zeigte der Film die Bewältigung oder versuchte Bewältigung folgender Ängste:

  1. Angst vor Hochhäusern
  2. Angst vor verfallenen Lebensmittel und Angst, deswegen öffentlich zu erbrechen
  3. Angst vor dem Aufzug

Während Frank  Müller mit den bewährten Methoden der Verhaltenstherapie arbeitet, soweit sie auch für interessierte Laien verständlich umsetzbar sind,  benutzten die drei hier auftretenden Therapeutinnen andere Methoden: Hypnose (im Falle 1. und 2.) und die sogenannte Klopftherapie (Fall 3.).

Die Hypnose führt im ersten Fall schon nach einer Sitzung zum Erfolg. Im zweiten  Fall, wobei die Ängste wahrscheinlich sehr viel tiefer sitzen, ist der Erfolg nicht klar. Hypnose führt zu einem Zustand tiefer Trance und Kritiklosigkeit. In diesem Zustand kann die Therapeutin das rasende "Kopfkino", in dem die extremen Angstgedanken ablaufen und normales Handeln blockieren, durch freundlichen, realistischen Zuspruch unterbrechen und mildern. Wie weit der neue Zustand anhält und sich in den Fährnissen der Praxis bewährt, wird im Film leider nicht gezeigt.

Das ist auch der Grund, dass Hypnose auch bei Fahrangst immer nur eine ergänzende Rolle spielen, diese aber nie aufheben kann.

Im dritten Fall wird die sogenannte Klopftherapie eingesetzt. Dabei werden Meridiane, sogenannte Energieleiter im Körper, mit den Fingerspitzen beklopft und laut das Problem benannt. Beispielsweise "meine Angst vor dem Aufzug". Ein wichtiger Meridian verläuft unter dem Schlüsselbein. Durch das Beklopfen soll der Enengierfluss im Körper wieder harmonisch fließen und die Angst verschwinden.

Die Klopftherapie wird von der Wikipedia als unwissenschaftlich bezeichnet, weil es solche Meridiane im Körper gar nicht gibt. Eine Wirksamkeit sei nicht erwiesen.

Im Film wird die Klopftherapie im Falle der jungen Frau mit Aufzugsangst als erfolgreich dargestellt. Merkwürdig ist nur: Der erste Aufzug, vor dem die Frau aus ihrer Sicht mit Recht zurückschreckt, ist der übliche dunkle Kasten, in dem sie sich nach Betreten eingeschlossen und begraben fühlt. Vor dem hat sie große Angst. Das ist eine klaustrophobische Angst. Um die Wirksamkeit der Klopftherapie zu zeigen, sucht die Therapeutin mit ihr nach dem Klopfen einen angeblich sehr angstauslösenden Aufzug auf. Es ist ein gläserner, außen am Hochhaus angebrachter Aufzug. Tatsächlich wird von dem gläsernen Aufzug aber eine ganz andere Angst ausgelöst: Nicht die klaustrophobische wie in dem dunklen Aufzug, sondern schlicht und einfach Höhenangst. Vor Höhe hatte die junge Frau aber keine Angst. Jedenfalls ist nie die Rede davon. Merkwürdig, das alles.

Frank Müller


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