Berliner Morgenpost über die Arbeit der Fahrschule Schaffen Wir

Die Tageszeitung "Berliner Morgenpost" berichtet am 05.10.2012 über die Fahrschule Schaffen Wir

Unter der Überschrift "Berliner Fahrschule nimmt die Angst vorm Steuer" schreibt die Journalistin Anette Kuhn über die Arbeit der Fahrschule mit Angsthasen am Steuer. Im Untertitel heißt es: "Soziologe Frank Müller nimmt den Menschen die Furcht davor, allein ein Auto zu steuern - mit Entspannungsübungen und einigen Tricks".

Frau Kuhn hat ihren Beitrag mit Kompetenz und Einfühlungsvermögen geschrieben. Sie beginnt ihren Bericht mit der Geschichte Renates, einer ehemaligen Fahrschülerin . Diese vermeidet 30 Jahre lang die weitere Ausbildung und das Fahren, weil sie von ihrem damaligen Fahrlehrer wegen eines Fehlers angeschrieen wurde. Eine sehr sensible Reaktion der jungen Frau, gewiss. Andere wären vielleicht mit einem Achselzucken über die Szene hinweg gegangen, mit dem Gedanken "egal, Hauptsache, ich habe irgendwann die Pappe. Dann Renate kurz vor ihrer Fahrprüfungvergess' ich den ekelhaftten Menschen wieder". Das konnte Renate nicht, sie war durch die grobe und beleidigende Art traumatisiert. Denoch: Haben nicht alle Fahrschüler/innen ein Recht auf freundliche Behandlung, ob sie robust oder sensibel sind?

Richtig ist aber auch, dass die junge Frau den Umgang mit groben Anwürfen lernen musste, ohne sich dadurch verletzen zu lassen. Denn so hat sie, was den Führerschein anging, 30 Jahre ihres Lebens auf ihn verzichten müssen. Und da sie ursprünglich auf dem Land wohnte, gab es sicher einige verpasste Gelegenheiten, ohne die Fähigkeit des Autofahrens. Inzwischen hat sie allerdings viel Lebenserfahrung und würde sich ganz sicher nicht mehr so wie damals behandeln lassen. Und schließlich hat sie den Führerschein bei der Fahrschule Schaffen Wir geschafft, das sei ihr von Herzen gegönnt, nach dem schweren Erlebnis zu Anfang. Wie sie erzählt, fährt sie seit Jahren regelmäßig und unfallfrei. Das ist ein schöner Schluss nach dem traurigen Anfang.

Und auch sehr schön ist, dass Renate sich seither mit der Fahrschule verbunden fühlt und immer mal wieder auf ein Schwätzchen vorbei schaut.

Frau Kuhn setzt diese Geschichte gekonnt an den Anfang ihres Artikels. Damit zeigt sie an diesem berührenden Einzelfall, wie zickzackreich der Weg fahrängstlicher Menschen von einem anfänglichen Trauma über die lange Fahrvermeidung bis zum letztlich schwer erkämpften Erfolg verläuft.

Frau Kuhn beschreibt weiter, wie Frank Müller zur Beschäftigung mit den Angsthasen kam. Das ist eine wichtige Frage. Es ging zuerst um die Lösung des Rätsels Prüfungsangst: Muss man diese, mit all ihren Blockaden der Fahrfähigkeit, hinnehmen, oder kann man sie lindern? Später kamen auch Angsthasen mit Führerschein in die Fahrschule und fragten: "Wir auch?" Die Probleme sind ja ähnlich.

Heute betreut die Fahrschule Schaffen Wir etwa zur Hälfte "normale" Fahrschüler - jedoch auch diese haben oft ihr Päckchen Nervosität zu tragen. Zur anderen Hälfte Angsthasen, also meistens Frauen mit Führerschein und Angst vor dem Autofahren.

Zu wünschen wäre, dass mehr Fahrlehrer sich gründlich in dieses Thema einarbeiten würden. Es geht dabei weniger um Kreuzungen, als um Einfühlungsvermögen in seelische Prozesse.

Das alles beschreibt Frau Kuhn, wie gesagt, sehr kenntnisreich und feinfühlig. Sie hat sich gründlich und geduldig bei der Fahrschule und ihrem Treiben umgerschaut. Sie war bei einem der regelmäßigen Treffen der Angsthasen in der Fahrschule anwesend, sie hat die eingangs erwähnte Angsthäsin interviewt und sich lange mit Frank Müller über das Konzept der Fahrschule unterhalten.

Hier der Link zum Artikel von Anette Kuhn über die Arbeit der Fahrschule Schaffen Wir mit Angsthasen am Steuer. In: Berliner Morgenpost, 05.10.2012, Seite 13.
Hinter dem Link verbirgt sich eine Download-Datei im Format pdf.


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