Befristete Prüfbescheinigungen beim TÜV


TÜV händigt nach praktischen Prüfungen nur noch "Vorläufige Nachweise der Fahrberechtigung" aus

Der TÜV stellt in diesem Jahr das Verfahren der Aushändigung des Führerscheins nach bestandener praktischer Prüfung um. Statt wie gewohnt den endgültigen Führerschein per Scheckkarte (Kartenfübrerschein), erhält der Prüfling nach bestandener Prüfung nur einen "vorläufigen Nachweis der Fahrberechtigung". 

§ 22 der FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung) gibt dem Prüfer die Möglichkeit, statt des Scheckkartenführerscheins eine befristete Prüfbescheinigung auszustellen. Sie dient anstelle des regulären Führerscheins (des  Scheckkartenführerscheins) zum Nachweis der Fahrberechtigung. Der befristete Führerschein besteht aus einem ausgefüllten und unterschriebenen Formular.

Um an seinen Scheckkartenführerschein zu gelangen, gibt es für den frisch gebackenen Fahrerlaubnisinhaber drei Möglichkeiten:

  1. Der Scheckkartenführerschein wird von der Bundesdruckerei kostenpflichtig (4,88 € netto) an den Fahrerlaubnisinhaber geschickt.
  2. Der Scheckkartenführerschein wird bei der Fahrerlaubnisbehörde (LABO, Puttkamer Straße, U-Bahnhof Kochstraße in Kreuzberg) abgeholt. Das kostet nichts.
  3. Abholung im Bürgeramt, das Verfahren ist aufwendiger: Von der Bundesdruckerei ans LABO, von dort an das Bürgeramt. Keine Mehrkosten.

Das Verfahren bringt für den Prüfling Nachteile:

  • Mehrkosten oder Lauferei
  • Der vorläufige Nachweis der Fahrberechtigung ist nur drei Monate gültig 
  • Der vorläufige Nachweis der Fahrberechtigung ist nur in Deutschland gültig.

Auf jeden Fall ist der vorläufige Nachweis nur in Verbindung mit einem Ausweis (Personalausweis oder Pass) gültig.

Vorteile: Der TÜV hofft, dass sich durch das Verfahren die Zeiten für den Antrag und den Prüfauftrag verkürzen. Hat jemand mehrere Klassen beantragt (z,B. Pkw, Motorrad) und macht die erste Prüfung (Pkw), dann kann ihm darüber sofort ein vorläufiger Nachweis ausgestellt werden. Beim Verfahren mit Scheckkartenführerschein hätte er warten müssen. Als dritten Vorteil sieht der TÜV, Fahrschüler kurzfristig vor der Prüfung noch gegen andere austauschen zu können.

Quelle: Berliner Fahrschul-Rundschau H. 1/ 2010, S. 15.


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