Die praktische Prüfung


Unter den Augen des Prüfers

Die praktische Prüfung - Leistungstest im sicheren und umweltbewussten Fahren

Auf den folgenden Seiten finden Sie viele nützliche Hinweise zur theoretischen und praktischen Prüfung, und wie Sie die Prüfungshürde noch besser schaffen können:

  • Tipps zum Umgang mit Prüfungsnervosität

  • eine genaue Beschreibung, wie die praktische Prüfung abläuft und was dort verlangt wird

  • Beispiele einer praktischen Prüfung mit Bildern und Erklärungen der schwierigen Situationen

  • Prüfergebnisse der Fahrschule Schaffen Wir, aufgrund deren Analyse Sie Aufschlüsse erhalten, wie sich Prüfergebnisse noch verbessern lassen.


Eine Prüfung ist ein abschließender Leistungstest unter amtlicher Aufsicht am Ende einer Ausbildung. Am Ende der Führerscheinausbildung, hat der Bewerber, laut §15 FeV (Fahrerlaubnisverordnung), seine Befähigung in einer theoretischen und praktischen Prüfung nachzuweisen. Gemäß der Prüfungsrichtlinie werden die Prüfungen „von einem amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr (aaSoP) abgenommen“.

Befähigung und Fertigkeiten

Der Prüfer überreicht den FührerscheinÜber den Begriff der Befähigung sagt die Fahrschüler-Ausbildungsverordnung: Ziel der Ausbildung ist die "Befähigung zum sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Verkehrsteilnehmer." Mit bestandener Prüfung steht der Prüfling an der Schwelle zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr. Der Gesetz- oder Verordnungsgeber setzt hier die Ansprüche hoch: Verlangt wird eine sichere Fahrweise. Wer noch unsicher fährt, d.h. wesentliche, für andere Verkehrsteilnehmer bedrohliche Fehler macht, oder auch viele kleinere Fehler, die ebenfalls in ihrer Summierung für Unsicherheit sorgen könnten, der darf keine Zulassung zum motorisierten Straßenverkehr erhalten. Andererseits werden aber keine professionellen Fahrfertigkeiten erwartet. Diese stellen sich erst nach vielen Jahren der Übung ein.

Viele Fahrschüler/innen, während der Ausbildung auf ihre Fehler aufmerksam gemacht, weisen darauf hin, dass sie sich doch später während ihrer Zeit als Fahranfänger noch verbessern könnten. Das ist zwar generell richtig, darf aber – im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer – niemals so weit gehen, dass sie die sichere Fahrweise erst während ihrer Fahranfängerzeit erlernen. Negative Beispiele liefern schwarz fahrende Fahrschüler, die schwere Unfälle mit hohem Sach- oder gar Personenschaden produziert haben. Bekanntes Beispiel: Daniel Küblböck, 8 Fahrstunden, anschließend schwarz gefahren. Ergebnis: Lkw gerammt, drei schwer verletzte Beteiligte, über 100.000 € Sachschaden. 

Zur Prüfung gehört zuallererst die gründliche fachliche Vorbereitung

D.h. im theoretischen Teil der Ausbildung die Fragebögen und das Lehrbuch studieren, und auch im Unterricht aufmerksam sein und nachfragen wenn etwas unklar bleibt. Vortests absolvieren bis das Ergebnis mehrmals beinahe fehlerfrei bleibt.

Im praktischen Teil der Ausbildung gehören dazu: Intensives Kennenlernen des Kfz und der Fahrtechnik (Lenken, Schalten, Bremsen, Gas geben, Anfahren am Berg, Rangieren, Parken), so dass man völlig sicher ist beim Handhaben des Kfz; die Grundfahraufgaben; Mitschwimmen im Stadtverkehr mit allen Besonderheiten, z.B. schwierige Kreuzungen, Fahrstreifenwechsel im Fließverkehr; alle Sonderfahrten; Testfahrten unter Prüfbedingungen; Fahrten in unbekanntem Gebiet.

Da erfahrungsgemäß durch Nervosität in den meisten Prüfungen eigentlich gute Leistungen wieder etwas absacken, ist es beinahe Pflicht, vor der Prüfung gründlich zu lernen, beinahe überzulernen.

Zur Prüfung gehört auch die mentale Vorbereitung

Die Fahrprüfung erfordert nicht nur, die eigene Leistung vor einem Fachmann zur Bewertung vorzustellen, sondern dies auch noch einigermaßen ruhig und entspannt zu schaffen. Denn nur, wenn die Sinnesorgane offen und Gehirn und Muskeln entspannt und nicht blockiert sind, kann die geforderte Leistung gebracht werden, sicher im Straßenverkehr zu fahren.

Das ist nun aber wirklich viel verlangt. Denn die Prüfungssituation, sich bewerten lassen zu müssen, auch negativ, erzeugt verständlicherweise Beklemmung und Angst. Fahrschüler/innen, die daher vor der Prüfung zittern, sei gesagt: Es ist normal, dass Ihr Euch vor der Prüfung nervös fühlt. Meistens ist es allerdings so, dass die Nervosität im Laufe einer Prüfung wieder abflaut, so dass jede/r doch noch gute Leistungen zeigen kann.

Der Prüfling muss nicht nur beweisen, dass er fachlich gut drauf ist, d.h. sicher fahren kann, sondern dass er dies auch in einer verschärften Stress-Situation, nämlich der Prüfung, immer noch beherrscht. Erst dann kann man stark vermuten, dass er auch in weiteren Stress-Situationen im Straßenverkehr die Ruhe behält. Das ist der Sinn der Prüfungssituation, an der manche Fahrschüler/innen beinahe verzweifeln!

In der Fahrschule Schaffen Wir bereiten wir Sie eingehend auf die Prüfung vor, nicht nur fachlich, sondern auch mental, so dass Sie in der Lage sind, besser mit dem Prüfungsstress umzugehen. Wir sind der Meinung, dass gerade auch die zweite Komponente (Umgang mit Angst, Nervosität und Stress) sehr wichtig ist und weit über die Prüfung hinauswirkt.

Hier ein Beispiel, wie wir gleichzeitig fachlich und mental auf die Prüfung vorbereiten

Ein junger Mann kommt zu uns von einer anderen Fahrschule, hochgradig prüfungsnervös, weil er schon dreimal durch die praktische Prüfung gefallen ist. Bei uns besteht er auf Anhieb (dieses Beispiel soll im übrigen nicht für Eigenwerbung dienen - ahem). Übrigens - hier hatten wir den seltenen Fall, dass ein junger Mann sich dazu bekannt hatte, ein Angsthase zu sein (sonst erleben wir dies eher von Frauen). Die Angelegenheit sah zuerst nach einem etwas schwieriger Fall aus. Doch mit etwas Geduld und Zusammenarbeit von beiden Seiten konnten wir gemeinsam den Knoten immer mehr entwirren und herausarbeiten, was wichtig war.

Neben der gründlichen fachlichen Vorbereitung, die er in der anderen Fahrschule leider nicht bekommen hat, haben wir mit ihm ein bestimmtes mentales Verhalten für die Prüfung erarbeitet, damit er ruhiger wird und seine Leistungsmöglichkeiten besser zeigen kann:

  • Großen Nachdruck bei seiner fachlichen Ausbildung legten wir auf folgende Punkte: Anfahren am Berg; links Abbiegen an großen Ampelkreuzungen; Einfahren in die Autobahn. Denn in diesen Punkten war er nicht nur durchgefallen, sondern die alte Fahrschule hatte hier bei der Ausbildung leider ganz schön „geschlampert“. Die mangelhafte Ausbildung hatte nicht nur zum Misslingen der Prüfung geführt, sondern die Angst immer mehr anwachsen lassen. Ein für ihn bedrohlicher Teufelskreis war entstanden. Am Schluss unserer Ausbildung freute er sich geradezu, wenn er Ampelkreuzungen bergauf und links abbiegend anfahren konnte! Und in die Autobahn fuhr er rein und raus und äußerte dazu, inzwischen mache ihm das richtig gehend Spaß.

  • Prüfer und Fahrlehrer sollten während der Prüfung nicht miteinander reden, sondern schweigen. Dies war sein ausdrücklicher Wunsch. So könne er sich am besten konzentrieren. Außerdem entfalle damit die immer mal wieder plötzlich auftretende, peinliche Sprechpause, wenn er als Prüfling einen Fehler gemacht habe. Jede Sprechpause würde ihn sehr irritieren, weil er darin sofort einen möglichen Fehler vermuten würde.                       

  • er selbst nimmt sich dagegen vor, in der Prüfung zu sprechen und sein Verhalten im Verkehr mit eigenem Kommentar zu begleiten (Beispiel: „Vor dem Abbiegen bremse ich, jetzt mache ich einen Schulterblick und beachte Radfahrer und Fußgänger“). Durch das Reden bleibt sein Gehirn bei der Sache, kann sich nicht in endlosen Fehlergedanken ergehen oder verirren.                                                                  

  • während der Prüfung lutscht er Bonbons (liegen immer bereit). Diese sorgen für Speichelproduktion und geben kurzfristig Energie.                                                               

  • in Situationen, wo die Belastungen trotz allem zu groß werden, möchte er eine Pause einlegen. Diesen Wunsch muss er aber selbst äußern. In der Pause wird er aussteigen, ein bisschen Luft holen und ein paar gymnastische Übungen machen.

Entscheidend für eine dauerhafte Änderung der mentalen Einstellung ist nun, dass diese Vorstellungen über sein Prüfungsverhalten, die ja zuerst nun zaghaft geäußerte Wünsche sind, vorher nachdrücklich in die Ausbildungspraxis umgesetzt und geübt werden. D.h. kein Fahrschüler wird während der Prüfung um Pause bitten - auch wenn das noch so nötig wäre -, wenn er diese Bitte nicht vorher in Belastungssituationen mehrfach geäußert und den Wunsch dann auch umgesetzt hätte. Wenn der Fahrschüler dies vor der Prüfung übt, lernt er nicht nur, seine Gefühle ernst zu nehmen und sich in einem wichtigen Punkt mit seinen Gefühlswünschen durchzusetzen, sondern er erfährt auch, ob ihm die vorgeschlagene Maßnahme gut tut oder nicht. 

Da nun all diese vom Schüler vorgeschlagenen und geübten Maßnahmen zur Regulierung und Dämpfung des eigenen Gefühlshaushalts zumindest für den normalen Prüfungsablauf etwas ungewöhnlich sind, ist es ratsam, vorher zu dritt mit dem Prüfer darüber zu sprechen. Es wäre dies so, wie wenn man vor der Fahrt mit einem verständigen Beifahrer sprechen würde: "Hör mal, lass uns ein paar Regeln für die kommende Fahrt festlegen. Ich brauche Ruhe, um mich konzentrieren zu können, und möchte selbst laut sprechen, damit mein Gehirn bei der Sache bleibt. Manchmal werde ich Pause machen und ein paar gymnastische Übungen, um die Anspannung wieder los zu bekommen. Ich brauche keine Ratschläge, fahren tue ich selber. Nur auf die paar Dinge solltest Du Rücksicht nehmen!" 

Prüfungsverlauf - Prüfungsrichtlinie Kfz

Die Prüfungsrichtlinie Kfz regelt den Ablauf der praktischen Prüfung.

Einstiegsphase:  

Sie beginnt mit der Begrüßung und anschließenden Identitätsprüfung. Der Prüfling zeigt auf Bitte des Prüfers seinen Ausweis. Anschließend wird vom Fahrlehrer die Ausbildungsbescheinigung über Grundausbildung und die besonderen Ausbildungsfahrten überreicht. Im Fahrschulwagen nimmt der Prüfer hinten rechts Platz, der Fahrlehrer vorne rechts, der Prüfling, logisch, vorne auf dem Fahrersitz. Nun erläutert der Prüfer dem Prüfling seine Anweisungen. Die kleine Rede kann ungefähr so lauten: "Ich erkläre Ihnen jetzt, wie es läuft. Wenn ich nichts sage, dann fahren Sie bitte geradeaus. Wenn die Fahrt geradeaus durch Zeichen verboten ist, dann Zeichen geradeaus und rechtsfragen Sie mich bitte: 'Rechts oder links?' Bitte beachten Sie die Zeichen, z.B. was die weitere Fahrtrichtung angeht. Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, dann können Sie gerne nachfragen. Im übrigen wünsche ich Ihnen gute Fahrt. Und vergessen Sie das Atmen nicht." Nun führt der Fahrlehrer die akustischen Signale der Pedal-Doppelbedienung vor. D.h. er zeigt an, dass er die Anlage eingeschaltet hat und tritt zum Beweis Kupplung, Bremspedal und Gaspedal. Dabei ertönt jedesmal ein Pfeifen.  

Bevor es losgeht, kann der Prüfer noch eine Frage zur Fahrzeugtechnik und Bedienung stellen. Z.B.: "Bitte schalten Sie das Warnblinklicht ein!" Das sollte der Prüfling nun vorführen können. Wenn nicht, so ist das nicht weiter schlimm. Wenn er's weiß, ist es aber besser.

Prüfungsfahrt:

Vom Stoff her sollen Kreuzungen mit verschiedenen Vorfahrtregelungen und Ampelregelungen angefahren werden, geradeaus, rechts und links abbiegend. Wichtig ist auch der Fahrstreifenwechsel und das Überholen. Und eine große Rolle spielt das Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern - Fußgängern, Radfahrern, öffentlichen Verkehrsmitteln. Ausdrücklich nennt die Prüfungsrichtlinie das Prüfen mehrerer Grundfahraufgaben (Park- und Umkehrübungen) und das Fahren auf der Autobahn.

Vom Ablauf her soll der Prüfer vom Leichten zum Schwierigen gehen. Dies lässt sich z.B. so umsetzen, dass zuerst in harmlosen Wohnstraßen oder geradeaus in großen, wenig befahrenen Straßen gefahren wird.

Fehlerwertung:

Grundsätzlich soll der Prüfling sicher und umweltbewusst fahren. Von diesem Ideal weichen die meisten Prüfungen ab, d.h. es kommen Fehler vor. Das ist normal. Die Prüfungsrichtlinie unterscheidet leichte, weniger erhebliche Fehler, z.B. geringfügige Geschwindigkeistüberschreitungen, vergessen, zu blinken, abwürgen des Motors, von den erheblichen Fehlern. Bei den leichten Fehlern führt nur eine Häufung zum Nichtbestehen. Bei den erheblichen Fehlern führt bereits einer zum Nichtbestehen. Erhebliche Fehler sind z.B.: Erhebliche Geschwindigkeistüberschreitungen, nicht gehalten am Stopzeichen, Rotlicht nicht beachtet, überholt trotz Gegenverkehr. Also alle Fehler, bei denen es womöglich zu einem Unfall hätte kommen können.

Anmerkung/ Fehlertraining:

Da die meisten Fahrschüler leider nicht mit Fehlern umgehen können, ist es ganz wichtig, schon während der Ausbildung mit dem Fehlertraining zu beginnen. Wir üben natürlich immer das Richtige, wir üben aber auch das richtige Verhalten, wenn ein Fehler gemacht wurde. Beispiel abwürgen des Motors: Ohne entsprechende Übung würde der arme Prüfling zitternd und hektisch den Motor anlassen und sofort weiterfahren - falsch und gefährlich. Richtig ist: Den Wagen sichern, dann schauen, ob die anderen ruhig bleiben oder womöglich schon vorbeiziehen. Erst, wenn das geklärt ist, den Motor wieder anlassen und losfahren. Also muss man bei der Ausbildung bewusst üben, den Motor abzuwürgen - z.B. bei einer grünen Ampel.

Schlussphase:

Nach dem Erreichen der Prüfstelle und abschließendem Einparken muss der Wagen sicher abgestellt werden (Handbremse ziehen, Lenkradschloss einrasten lassen). Dann bewertet der Prüfer die Fahrt. Er soll zu Beginn seiner Rede grundsätzlich das "bestanden" bzw. "nichtbestanden" äußern. Anschließend soll er sein Bewertung kurz begründen. Bei "nichtbestanden" muss er dem Prüfling ein Fehlerprotokoll überreichen. Bei "bestanden" den Scheckkartenführerschein.   

Dauer der Prüfung:

Die praktische Prüfung dauert mindestens 45 Minuten. Der rein fahrerische Teil dauert eine knappe halbe Stunde, genau gesagt nach Prüfungsrichtlinie 25 Minuten.

Geschichte einer Prüfung 

Die Prüfung im konketen, oben geschilderten Fall des jungen Mannes verlief nun tatsächlich in etwa so, wie er es sich gewünscht hatte. Er sprach, nach ein paar einleitenden Worten des Fahrlehrers, mit dem Prüfer, der mit allem einverstanden war: „Der Fahrer sind Sie, Sie bestimmen ...“ Das Schweigen, das er sich vom Fahrlehrer und Prüfer erwünscht hatte, war leicht einzuhalten. Und das laute Kommentieren seines jeweiligen Verhaltens war doch irgendwie sinnfällig, da er dem Prüfer die Gründe erläutert hatte. Im letzten Drittel der Prüffahrt meldete er sich dann mit seinem Pausenwunsch. Der Prüfer bat ihn diesen Wunsch noch ein bisschen zurückzustellen und lotste ihn auf einen nahe gelegen Parkplatz. Dort sollte der Prüfling quer einparken, was ihm zu Anfang nicht gelang. Er ließ das Auto dann "schräg nach schief" stehen, stieg aus und machte seine Pause, mit Atem- und gymnastischen Übungen. Anschließend parkte er richtig ein.

Fazit: Wenn dieser junge Mann später mal mit Beifahrern zusammen Auto fährt, dann hat er in unserer Fahrschule bei der mentalen Vorbereitung auf die Prüfung eine ganze Menge zur psychischen Bewältigung dieser Situation gelernt. Er wird darauf bestehen, sein Wohlbefinden und seine Konzentration zu verteidigen, wenn die anderen stören sollten, z.B. durch lautes Reden oder Schmatzen. Er wird sie dann in aller Ruhe auffordern, ihn nicht weiter zu nerven und leise zu sein. Denn wer schon mit dem Prüfer, einer Autoritätsperson, über die äußeren Bedingungen der Fahrt verhandelt und seine Wünsche durchgesetzt hat, der wird dann auch locker Freunde oder Bekannte auf seine Anliegen einstimmen können.



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