Automatik-Ausbildung: Keine Angst vor dem Auto und seiner Bedienung

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Das Fahren mit Automatik ist eine Erleichterung und schont die Nerven

Ausbildung in der Fahrschule Schaffen Wir mit Automatik-Pkw:
Keine Angst vor dem Auto und seiner Bedienung

Menschen mit Fahrangst oder auch Fahrschüler interessieren sich ganz allgemein, wie denn ein Automatik-Pkw betätigt wird, was dort Besonderes beachtet werden muss. ob es Erleichterungen bei der Ausbildung und beim späteren selbständigen Fahren bringt. Vielleicht fahren sie später einmal einen derartigen Wagen. Grundsätzlich lässt sich sagen: Das Automatik-Getriebe ist leicht zu beherrschen, Sie müssen bei ihm keine Angst vor dem Auto und seiner Bedienung haben. Es gibt aber ein paar Dinge, die beachtet werden müssen.

Die Fahrschule Schaffen Wir bietet die Ausbildung mit Automatik-Pkw an. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Für Fahrschüler und Angsthasen:
    Wir leihen uns von einer gut bekannten Fahrschule einen Automatik-Pkw und schulen damit. Da dieses Fahrzeug ein Fahrschul-Pkw ist, kann der Fahrlehrer im Notfall eingreifen - für alle Menschen mit Fahrangst eine große Beruhigung. Durch das Ausleihen und den Abschluss einer zusätzlichen Versicherung sind die Kosten für Automatikstunden leider teurer als für Schaltwagenstunden.
  2. Für fortgeschrittene Angsthasen und Auffrischer (mit Führerschein):
    Ein Freund oder Bekannter schafft den eigenen Automatik-Pkw zur Fahrschule. Damit schulen wir, wenn die Ausbildung und Angstbewältigung fortgeschritten ist. Am Anfang wird der Fahrlehrer den Automatik-Pkw in ein verkehrsruhiges Gebiet fahren.

Gliederung des Artikels:

  • Preise für Stunden (Fahrschulstunden, Betreuungsstunden) mit dem Automatik-Pkw
  • Gesetzliche Grundlagen

  • Hinweise zum Automatik-Getriebe

  • Weitere Besonderheiten bei Automatik-Wagen

  • Pädagogische Hinweise zur Automatik-Ausbildung

  • Bewältigung von Fahrängsten durch Automatik? Keine Angst vor dem Auto und seiner Bedienung
    Interessenten für die Automatik-Ausbildung

Preise für  Stunden (Fahrschulstunden, Betreuungsstunden mit dem Automatik-Pkw

Einzelleistungen in € (einschl. Umsatzsteuer)

Klasse

Grundbetrag*

Entgelt für theoretischen Unterricht, Vortest und für allgem. Aufwendungen

Fahrübung

40 Minuten

 

Fahrstunde

45 Minuten

(Vergleichspreis und zeitliche Grundeinheit der Fahrstunden)

Besondere Ausbildungsfahrten

45 Minuten (Überlandfahrt, Autobahnfahrt, Nachtfahrt) gemäß § 5 Fahrsch.A.O

Vorstellung zur Prüfung**

 

B Automatik-Pkw

90,00 €

37,33 €

42,00 €

45,00 €

95,00 €

  • * Ermäßigter Grundbetrag für Umschreiber und Fahrschüler, die nach bestandener Theorie zu unserer Fahrschule wechseln, desgleichen für Auffrischer und Angsthasen mit Führerschein:                   40,00 €
  • ** Prüfung und Prüfungsentgelt entfällt für Auffrischer und Angsthasen mit Führerschein:              -
  • Fahrten mit dem eigenen Wagen (Auffrischer und Angsthasen mit Führerschein) zu 45 Min.:        27,00 €

Die amtlichen Gebühren für die Prüforganisationen werden von diesen zusätzlich erhoben und können in der Fahrschule eingesehen werden.

Unsere Preise für Stunden mit dem Automatik-Pkw (Fahrschulauto) müssen leider höher sein als die für den Schaltwagen:

  • Der Automatik-Pkw ist teurer in der Anschaffung und braucht mehr Kraftstoff.
  • Wir leihen uns den Automatik-Pkw von einer bekannten Fahrschule, dabei zahlen wir Zuschlag.
  • Wir müssen nach der Fahrstunde den Wagen bei der anderen Fahrschule wieder abstellen. Dadurch entsteht Mehraufwand für Hin- und Zurückfahrten. Um diesen zu senken, empfehlen wir mehr Stunden auf einmal zu nehmen (3 oder 4 a 45 Minuten) oder die Stunden mehrerer Automatik-Schüler/innen hintereinander zu legen.

Wir sind verpflichtet, eine teure Fremdfahrzeug-Versicherung für jeden einzelnen Fahrlehrer abzuschließen, der dieses Fahrzeug zu Fahrschulzwecken benutzt. Die Versicherung muss ganzjährig abgeschlossen werden, ohne Rücksicht auf die Ausbildungsdauer. Diese Kosten müssen wir auf die einzelnen Automatik-Schüler umlegen.

Wem das zu teuer ist, dann bietet sich eine weitere Lösung an, vorausgesetzt, die Interessentin ist noch einigermaßen geübt:

  • Wir benutzen den Automatik-Pkw der Angsthäsin (Führerschein Pflicht)
  • Ein Bekannter, geübter Autofahrer, fährt den Wagen zur Fahrschule
  • Von dort fährt der Fahrlehrer, zusammen mit der Angsthäsin, den Wagen zum ruhigen Gewerbegebiet
  • Dort üben sie mit dem eigenen Wagen der Angsthäsin. Diese ist verantwortliche Führerin des Wagens

Gesetzliche Grundlagen

1. Fahrschüler, die mit Automatik-Getriebe ausgebildet und geprüft werden,

müssen sich im klaren sein, dass ihr Führerschein beschränkt wird auf das Fahren mit Automatik-Wagen; Schaltwagen dürfen Sie nicht fahren - außer, Sie machen später noch extra die Prüfung auf Schaltwagen.

Dazu heißt es in § 17 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Abs. 6:
"(6) Wenn das bei der Prüfung verwendete Kraftfahrzeug mit automatischer Kraftübertragung ausgestattet war, ist die Fahrerlaubnis auf das Führen von Kraftfahrzeugen mit automatischer Kraftübertragung zu beschränken; dies gilt nicht bei der Fahrerlaubnis der Klasse M. Die Beschränkung ist auf Antrag aufzuheben, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis dem Sachverständigen oder Prüfer in einer praktischen Prüfung nachweist, dass er zur sicheren Führung eines mit einem Schaltgetriebe ausgestatteten Kraftfahrzeugs der betreffenden oder einer entsprechenden höheren Klasse befähigt ist."

Andererseits dürfen die Prüflinge, die mit Schaltwagen geprüft worden sind, sehr wohl später auch mit Automatik-Wagen fahren. Wer mit Automatik-Wagen ausgebildet und geprüft wird, der hat mit einer gewissen Beschränkung zu leben.

Sie bekommen den Scheckkartenführerschein mit der Schlüsselzahl 78.  Diese beschränkt das Fahren auf Pkw mit Automatik-Getriebe, d.h. ohne Kupplungspedal.

Bevor diese Regelung eingeführt wurde, gab es noch die Möglichkeit, in der Ausbildung zuerst 7 Schaltwagen-Stunden zu nehmen, dann weiterzufahren mit Automatik-Pkw, die Prüfung mit Automatik-Pkw zu absolvieren und dennoch den vollen, sprich Schaltwagen-Führerschein zu bekommen. Bei uns haben sich Angsthäsinnen zur Betreuung gemeldet, die unter diesen Bedingungen ausgebildet, nie das richtige Bedienen des Schaltwagen erlernten, in leichte Unfälle verwickelt wurden und deshalb das Fahren ganz vermieden. Aus solchen Gründen hat man diese Regelung abgeschafft.

2. Menschen mit Fahrangst und Führerscheininhaber:

Als Führerscheininhaber sind diese fahrängstlichen Menschen Führer des jeweiligen Kfz. Soweit sie im Fahrschul-Pkw fahren, haben sie durch mündlichen Vertrag den Fahrlehrer ermächtigt, in gefährlichen Situationen einzugreifen. Praktisch ist also der Fahrlehrer Führer des Kfz. Anders ist es im oben genannten Fall, wenn im (Automatik-)Pkw der Angsthäsin trainiert wird. Dann hat der Fahrlehrer keine Möglichkeit mehr, einzugreifen, außer durch Worte, und die Angsthäsin am Steuer ist voll verantwortliche Führerin. Umso wichtiger ist es, sich am Anfang dieser Ausbildung nur in sehr ruhiges Gebiet zu begeben! Der Fahrlehrer sollte dann den Pkw der Angsthäsin selbst von der Fahrschule in das ruhige Gebiet steuern.

Grundsätzliche Hinweise zum Automatik-Getriebe

Nur 2 Pedale im Automatik-WagenEin vollautomatisches Getriebe besteht aus zwei mit einander verbundenen Komponenten. Diese nehmen Ihnen die Arbeit des Kuppelns und Schaltens ab.

Die zwei Komponenten des Automatik-Getriebes

1. Eine hydraulische Kupplung, die die Arbeit der mechanischen Kupplung übernimmt und
2. ein automatisch geschaltetes Getriebe, das vollautomatisch je nach Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit geschaltet wird.

Bei Fahrzeugen mit Automatik-Getriebe wird
a) die Kupplung
b) die Gangwahl
durch das automatische Getriebesystem ersetzt.
Der linke Fuß bleibt entlastet. Der rechte Fuß bedient entweder Gas- oder Bremspedal. Das automatische Getriebe kuppelt und schaltet selbst, ohne Zutun des Fahrers.

Bedienung des automatischen Getriebes

Sie finden den Wählhebel normalerweise in Stellung "P" vor (das bedeutet "parken"). In dieser Stellung können Sie auch den Motor starten.

Die Stellungen des Wählhebels sind

  • P (= parken)
  • R (= rückwärts)
  • N (= null, eine Art Leerlauf)
  • D (= drive, = fahren, die normale Fahrstufe für vorwärts fahren und schalten)
  • und drei niedrigere Schaltstufen (= 3, 2 und 1. Statt dessen kann dort auch stehen L (= low) und S (= slow). Statt der niedrigeren Schaltstufen (3 - 2 - 1) finden Sie auch manchmal neben dem Wählhebel ein + oder -. Damit können Sie ebenfalls mit dem Wählhebel herauf- oder herunter schalten.

Die normale Fahrstellung D

Um nun den Wählhebel von P über R und N in die normale Fahrstellung D zu ziehen, müssen Sie vorher zwei Dinge tun:
1. Sie müssen auf das Bremspedal treten und
2. Sie müssen den Knopf auf der oberen linken Seite des Wählhebels eindrücken.

Wählhebel und Gangstufen im Automatik-GetriebeNun können Sie in Stellung D das Bremspedal loslassen und ganz normal fahren und bremsen - Sie brauchen sich weder ums Schalten noch ums Kuppeln zu kümmern. Jedesmal, wenn Sie anhalten wollen, treten Sie die Bremse und halten Sie den Wagen mit der Bremse fest. Wenn Sie die Bremse loslassen, fährt der Wagen wieder an. Wenn Sie am Berg anfahren wollen, brauchen Sie nicht die Handbremse zu ziehen. Sie treten leicht die Bremse, lassen für das Anfahren die Bremse los und treten auf das Gas. Wenn Sie parken wollen, dann treten Sie das Bremspedal und legen bei Stillstand des Wagens wieder Stellung "P" ein. Das wäre das Wichtigste.

Bedeutung der niedrigen Schaltstufen (3 - 2 -1 oder + -)

Das Automatik-Getriebe ist so eingestellt, dass es zur Energieersparnis früh in die höheren Gänge (4 oder 5) hoch schaltet. Das ist gut so, wirkt sich nur in 2 Situationen nachteilig aus:

  1. Abwärts fahren: Bei einer längeren Fahrt bergab sollten Sie die Motorbremse einsetzen, um die Betriebsbremse (Fußbremse) des Wagens zu schonen. Das Automatik-Getriebe würde in dieser Situation schnell auf den 5. Gang schalten, damit könnte der Motor aber nicht bremsen. In disem Fall müssen Sie durch eine niedrigere Schaltstufen die Motorbremse erzwingen (3 oder 2 oder mehrmals auf - klicken).
  2. Überholen oder in die Autobahn einfahren: Hier ist kräftige Beschleunigung gefordert. Wenn das Automatik-Getriebe aber schnell hochschaltet, wird der Motor nur langsam vor sich hin tuckern, nicht gerade kräftig beschleunigen. Dann müssen Sie das Beschleunigen erzwingen, den Motor kräftig drehen lassen durch Zurückschalten (Stufe 3 oder wieder -). Hinterher, wenn Sie auf der Autobahn fahren, stellen Sie den Wählhebel wieder auf D.

Grundsätzlich können Sie auch mit dem Automatik-Getriebe "schalten", aber bitte nur so, wie es der Geschwindigkeit angemessen ist. Möglich wäre es z.B., bei 80 km/h in die Stufe 3 zu schalten, gefährlich dagegen, die Stufe 2 oder gar 1 zu wählen. Das würde zu einer Getriebe- oder Motorschädigung führen!

Kick down

Sie können beim Beschleunigen oder Einfahren in die Autobahn das Zurückschalten vom 5. oder 4. Gang in die Schaltstufe 3 erzwingen, indem Sie kräftig aufs Gaspedal drücken (= kick down). Wenn das Getriebe richtig eingestellt ist, wird es dadurch zurück schalten. Weil dies aber nicht immer funktioniert, bleibt auf jeden Fall die Möglichkeit, manuell, mit dem Wählhebel, den gewünschten Gang 3 zu wählen.

Vor- und Nachteile von Automatikwagen

Die Anschaffungskosten von Automatik-Wagen sind naturgemäß größer als die von Schaltwagen (ca. 1000 bis 1500 € mehr). Außerdem ist der Kraftstoffverbrauch etwas höher (ca. 1 l pro 100 km). Bei einer Panne dürfen Sie mit Ihrerm Automatik-Wagen nicht über längere Strecken abgeschleppt werden. Die "N"-Stellung im automatischen Getriebe entspricht nicht dem Leerlauf im Schaltgetriebe, nur kurze Strecken sind erlaubt: In der Betriebsanleitung nachlesen! Mit Stellung N dürfen Sie z.B. die kurze Strecke in einer Scheckkartenführerschein mit Schlüsselzahl 78 (Beschränkung auf Automatik)Waschanlage fahren. Auch das Anschleppen bzw. Anschieben des Wagens bei einer defekten Batterie, um den Motor so wieder in Gang zu bringen, ist nicht erlaubt. Es bleibt dann nur die Hilfe über das Starterkabel. Wenn Sie mit Ihrem Automatik-Wagen wegen einer Panne liegen geblieben sind, dann muss ein Lkw kommen, der Ihren Wagen auflädt.

Leider sind Automatik-Wagen nicht sehr verbreitet

Grundsätzlich fährt es sich mit Automatikwagen leichter. Gerade ein Fahranfänger wird durch Schalt- und Kuppelvorgänge nicht so leicht abgelenkt und kann sich besser auf den Verkehr konzentrieren. Erst nach langer Übung mit dem Schaltwagen sind diese Vorgänge so automatisiert, dass sie genauso wenig ablenken. 1:0 für den Automatikwagen.

Die Anschaffung und der Betrieb eines Automatikwagens sind teurer. Vielleicht ist das der Grund, dass sich das Automatik-Getriebe in Europa nie durchgesetzt hat. Wir Fahrlehrer erhalten praktisch nie Nachfragen nach einer Automatik-Ausbildung. Schon gar nicht von normalen Fahrschülern. Höchstens von Menschen, die Angst vor dem Autofahren haben und glauben, diese Angst mit dem Automatikauto besser bewältigen zu können. Das halten wir, wie unten ausgeführt, für einen Irrtum. Jedenfalls wäre es für die meisten Fahrschulen ein wirtschaftlicher Schaden, einen Automatikwagen anzuschaffen, der praktisch nur herum steht.

In den USA hat sich das Automatikgetriebe vollständig durchgesetzt. Dort sind umgekehrt Schaltwagen sehr selten und sogar teurer. In Europa herrscht das Automatikgetriebe nur bei einem eng begrenzten Markt der Oberklasseautos vor. Solange in Europa das manuelle Schaltgetriebe vorherrscht, müssen wir Fahrlehrer uns danach richten. Und wir müssen unsere Kunden aufklären, dass sie bei einem Schaltwagenführerschein (d.h. nicht eingeschränktem Führerschein) Schaltwagen und Automatik fahren dürfen. Bei einem Automatikführerschein (eingeschränktem Führerschein) dürfen sie dagegen nur Automatik fahren. Nach der Prüfung mit Automatikwagen erhalten sie einen besonderen Füherschein. Auf der Rückseite des Kartenfüherscheins steht dann leider die Schlüsselzahl 78, die für die Beschränkung steht (nur Fahren von Wagen ohne Kupplungspedal). Das ist für die allermeisten eine wesentliche Einschränkung, die sie so nicht haben wollen. Damit erhält der Schaltwagen einen Punktvorteil, und es steht 1:1.

Pädagogische Hinweise zur Automatik-Ausbildung

  • Für erfahrene Kraftfahrer ist das Fahren mit Automatik-Getriebe eine Erleichterung und schont die Nerven: Kuppeln und Schalten entfällt, man kann sich mehr auf den Verkehr konzentrieren.

  • Für Menschen mit Fahrangst (Angsthasen mit gewisser Autoerfahrung ist das Fahren mit Automatik-Getriebe eine Erleichterung, da sie je nach Wunsch und ganz fein dosierbar in schwierigen Situationen langsam fahren können. Dadurch entsteht sofort ein großes Sicherheitsgefühl. Dies ist auch mit Schaltwagen möglich, aber komplizierter umzusetzen.
  • Für die Ausbildung mit Automatik-Getriebe für Neuanfänger gilt diese Aussage jedoch nur mit Einschränkung. Schaltwagen-Fahrschüler/innen wissen durch viele Lernvorgänge, dass Verkehrs-Situationen, z.B. Kreuzungen, nur mit bestimmten Gängen befahren werden dürfen. Dadurch bildet sich bei ihnen ein fester Handlungsablauf heraus: Vorausschau - Spiegel schauen - bremsen - herunter schalten - langsamer bzw. bremsbereit fahren. Die Vorausschau wird ihnen durch die Eigenart der Schaltwagen-Bedienung praktisch eingebläut, was der Ausbildung  sehr zugute kommt. Dieser feste und pädagogisch erwünschte Handlungsablauf müssen Automatik-Schüler/innen zusätzlich erlernen, was oft sehr mühsam ist.

  • Auch das Anfahren und Rückwärtsfahren ist bei der Automatik-Schulung immer wieder mal angstbesetzt. So kann beim Rückwärtsfahren in eine Parklücke durch einen kräftigen Tritt aufs Gaspedal der Wagen mit voller Kraft in die Lücke schießen...  Schaltwagen-Schüler schleppen sich dagegen erstmal mühsam vorwärts oder rückwärts, immer "bedroht" vom Abwürgen des Motors.

Wr wollen den Automatik-Schülern durch diese Aussagen aber nicht die Freude an der Ausbildung nehmen, sondern nur davor warnen, die Automatik-Ausbildung sei leichter als die Schaltwagen-Ausbildung. Sie ist nicht leichter, sondern in einigen Punkten anders. Vorausschau und angepasstes Fahren in allen Verkehrssituationen müssen beide Gruppen - Automatik- wie auch Schaltwagen-Schüler - gleichermaßen lernen.

Bewältigung von Fahrängsten durch Automatik? Keine Angst vor dem Auto und seiner Bedienung

Grundsätzlich gilt, dass sich Ängste dadurch am besten bewältigen lassen, dass man in die Angstsituationen hineingeht oder -fährt. Wenn das Auto selbst angestbesetzt ist, dann sollte man mit dem Auto und seiner Bedienung vertrauter werden und das Auto gerne bedienen. Wenn speziell der Schaltwagen irgendetwas mit der Angstsituation zu tun hat, dann muss er bei der Angstbewältigung wieder dabei sein. Beispiel: Abgewürgt mit dem Schaltwagen auf der Kreuzung, dadurch kleiner, harmloser Vorfahrtunfall. Nach dem Unfall entstand Angst vor weiteren Unfällen, Angst, womöglich Menschen zu verletzen. Diese Situation muss wieder mit dem Schaltwagen aufgearbeitet werden. Üben mit Automatik wäre Ausweichen, Flucht und würde die Ängste nicht abbauen.

Viele Angsthasen fahren ganz gerne Schaltwagen oder möchten wieder damit lernen. Sie empfinden beim Kennenlernen des Schaltwagens ein tieferes technisches Verständnis für das Funktionieren der Maschine und der Übertragung der Kräfte und versprechen sich damit eine bessere Kontrolle über die Maschine.

Menschen mit Panikattacken auf der Autobahn fahren gerne mit Schaltwagen. Denn das Schalten und Kuppeln entspannt und entkrampft die angststarren Muskeln.

Schaltwagen sollten folgende Gruppen von Menschen mit Fahrängsten fahren:

  • Menschen mit Fahrängsten, die mit dem Schaltwagen und wegen Schaltproblemen in eine angstbesetzte Situation geraten sind.
  • Fahrängstliche Menschen, die gern ein tieferes Verständnis für das Funktionieren der Maschine und Übertragen der Kräfte erwerben und dadurch Angst abbauen möchten.
  • Menschen, die sich infolge ihrer Verkrampfung gern durch den Gebrauch von Kupplung und Schaltung entspannen möchten.

Für welche Gruppen von Menschen mit Fahrängsten ist das Fahren mit Automatik gut?

  • Angsthasen mit Automatik-Führerschein: Für diese Gruppe ist das Auffrischen und Befahren von früher angstbesetzten Situationen mit dem Automatik-Wagen in Ordnung.

  • Angsthasen mit Schaltwagen-Führerschein, die ihre Ängste nicht wegen des Gebrauchs des Schaltwagens erworben haben, und gerne Automatik fahren würden.

  • Auffrischer/innen mit Schaltwagenführerschein, die sich nach langer Autoabstinenz ein Automatikauto gekauft haben und vorerst mit der Fahrschule üben wollen. In diesem Fall spricht nichts dagegen, mit dem Automatik-Auto zu üben.
  • Alle Angsthasen oder Fahrschüler, die überhaupt einmal ein Automatik-Auto in der Praxis kennen lernen wollen.

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