Energie sparend fahren


Sicher, umweltschonend und energiesparend fahren

Hier geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie sicher, umweltschonend und energiesparend Auto fahren können.  Um auch als Fahrschule die Umwelt zu entlasten, schulen wir seit Februar 2003 mit einem Erdgasauto. Dazu und zu anderen Kraftstoffarten finden Sie hier weitere Informationen. 

Wir legen großen Wert darauf, den Fahrschülern während der Ausbildung einen umweltbewussten Umgang mit dem Auto beizubringen. Nicht zuletzt kann ein falscher und umweltschädigender Umgang mit dem Auto das Nichtbestehen der praktischen Prüfung bedeuten...

Autofahrer können bei der Fahrschule Schaffen Wir einen Spritsparkurs buchen. Der Kurs läuft folgendermaßen ab:
- kurze Einweisung ins Spritsparen
- Fahren und Beobachtung der Verbrauchswerte (Bordcomputer)
- Spritsparendes Fahren und Beobachtung der Verbrauchswerte (Bordcomputer)
- Auswertung in der Fahrschule.
Sie können im Schnitt durch die neue Fahrweise zwischen 2 und 3 Liter Kraftstoff auf 100 km sparen - nach dem Motto: Spar Dich reich!

Gliederung des Artikels:

  • 7 Verhaltenstipps zum energiesparenden Fahren

  • Energiesparende und umweltbewusste Ausbildung in der Fahrschule
  • Fahrschul-Pkw - verschiedene Möglichkeiten, Kraftstoff zu sparen

Der Straßenverkehr gehört zu den Umweltverschmutzern. Er erzeugt Lärm und Abgase, die den Menschen krank machen. Infolge des Straßenverkehrs wird durch den Bau von Straßen und Fabriken die schöne Natur zerstört. Werden Autos nicht korrekt entsorgt, dann verschandeln sie als gefährlicher Müll Städte und die Landschaft.

Wenn wir unsere Fahrschüler/innen zum Fahren mit Kfz ausbilden, dann nicht, um sie zum Dauerfahren mit Kfz zu bewegen. Sicher sollte zu Beginn der Fahranfängerzeit jeder/jede viel fahren, um überhaupt grundsätzliche Sicherheit und Gefahrenkenntnis zu erlangen.

Aber wir empfehlen auch:

  • nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu gelangen

  • fahren Sie längere Strecken mit der Bahn

  • benutzen Sie im Kurz- und Mittelstreckenbereich das Fahrrad. Fahrräder sind leise, umweltfreundlich und - durch den Wegfall der Parkplatzsuche - relativ schnell

  • beim Autokauf machen Sie sich bitte vorher Gedanken über die Verbrauchsgünstigkeit und die Kosten, die auf Sie zukommen

Wenn Sie mit einem Kfz fahren müssen (z.B. zu Transportzwecken, bei ungünstiger Witterung oder nachts), dann sollten Sie bestimmte Pflege- und Fahrtipps beachten. Diese helfen, die Umweltbelastung und den Verbrauch zu senken und lassen Sie entspannter fahren. Damit behalten Sie auch in schwierigen Situationen besser den Überblick.

Die Initiative "Fahr und spar mit Sicherheit - Sicher, wirtschaftlich und umweltschonend fahren" empfiehlt die folgenden

7 Verhaltenstipps zum energiesparenden Fahren:

  1. Bei niedrigen Drehzahlen schalten und fahren (Drehzahlen unter 2000)
    Beispiel: Tempo 30 im 3. Gang, 50-er Strecke im 4., manchmal auch im 5. Gang

  2. Schwung nutzen und aufgebaute Energie ausnutzen
    Beispiel: Rotlicht weiter voraus. Spiegelbeobachtung, etwas bremsen, Auto rollen lassen; Rotlicht schaltet auf Rot-Gelb, entsprechenden Gang einlegen, weiterfahren ("rote Ampel grün machen!")

  3. Entscheidungsspielraum schaffen - eigene Handlungskompetenz bewahren 
    Beispiel: Das bedeutet in vielen Fällen, sich nicht drängeln zu lassen und Abstand zu halten. Mit dem "Pufferabstand" fahren Sie gelassen und sparen enorm viel Sprit, weil unnötiges Bremsen und Beschleunigen wegfällt

  4. Motor abschalten, wo es sinnvoll ist 
    Beispiel: Im Stau, an Bahnübergängen, vor Baustellenampeln

  5. Auf richtigen Druck in den Reifen achten
    Beispiel: In der Betriebsanleitung angegebener Reifendruck kann ohne weiteres um 0,1 bis 0,2 bar erhöht werden. So verbrauchen Sie weniger, der Wagen ist standfester, allerdings leidet der Komfort ein wenig

  6. Ballast entfernen 
    Beispiel: Dachgepäckträger runter, Kofferraum entrümpeln

  7. Gelassen fahren
    Beispiel: Auf Anhupen freundlich zurücklächeln, Tempo beibehalten

 

Umweltbewusste und energiesparende Ausbildung in der Fahrschule

Die umweltbewusste und energiesparende Ausbildung ist für alle Fahrschulen und Fahrschüler/innen Pflicht: 
"Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zum sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Verkehrsteilnehmer." (§ 1 FahrschAusbO). 

Fahren und Schalten bei verschiedenen GeschwindigkeitenAlle 7 Verhaltenstipps spielen bei der Ausbildung eine Rolle, besonders natürlich der erste Tipp, mit geringer Drehzahl zu fahren.  Ausnahmen: Überholen oder Einfahren in die Autobahn, wo aus Sicherheitsgründen mit maximalem Drehmoment gefahren werden muss.

Auch in der Prüfung spielt die umweltbewusste, energiesparende Fahrweise eine Rolle: "Zum Nichtbestehen einer Prüfung kann ... auch die Wiederholung oder Häufung verschiedener Fehler führen, wie z.B: ... - Fehler bei der umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise." (5.18.2.2 Prüfungsrichtlinie Kfz) Demzufolge würden Fahrschüler, die sehr laut und mit heulendem Motor fahren, die weder in der Tempo-30 Zone in den 3., noch im 50-er Bereich in den 4. oder 5. Gang schalten, Gefahr laufen, durchzufallen.

Fahrschul-Pkw - verschiedene Möglichkeiten, Kraftstoff zu sparen

Diesel-, Benzinmotor:

Die meisten Fahrschulen schulen mit Diesel-Pkw. Diese gelten im Verbrauch als billiger als solche mit Benzinmotor. Diesel kostet an der Tankstelle weniger als Benzin, außerdem verbrauchen Dieselmotoren im Schnitt weniger Kraftstoff als Benzinmotoren. Außerdem können Fahrschüler/innen beim Anfahren mit Diesel-Pkw weniger Fehler machen. Denn durch ihr robustes Drehmoment (Traktor-ähnlich) bleiben sie beim Anfahren, auch wenn kein Vorgas gegeben wird, nicht so leicht liegen. Also alles in Ordnung?

Bei genauer Rechnung sind Diesel-Pkw im Betrieb nicht billiger, sondern teurer als Benzin-Pkw (hoher Anschaffungspreis, hohe Kfz-Steuer). Nur durch große Laufleistungen, die beim normalen Betrieb nicht realistisch sind, wäre dies durch den billigeren Kraftstoff wieder hereinzuholen. Diesel-Pkw und auch Diesel-Lkw verschmutzen die Umwelt durch krebserregende Rußpartikel. (viele Hersteller bieten inzwischen allerdings Rußpartikelfilter an).

Dieselruß beim LkwDer Dieselmotor erzeugt nicht nur Rußpartikel, sondern mehr Stickoxide als der Benzinmotor. Diese gelten als Ursache für viele Atemwegserkrankungen.

 Dazu kommt, dass Diesel-Motoren ausgesprochen laut zur Sache gehen. Durch Einbau von Dämmmaterial lässt sich das laute Geräusch verringern, dafür steigt aber das Wagengewicht...

Tatsächlich ist das Anfahren mit einem Benziner etwas schwieriger als mit einem Diesel. Denn es muss dort fein dosiert Vorgas gegeben werden, sonst bleibt der Wagen liegen (das berüchtigte "Abwürgen"). Dennoch haben wir uns bei der Fahrschule Schaffen Wir entschlossen, diesen kleinen Mangel in Kauf zu nehmen, um nicht mit einem lauten, schmutzigen Diesel fahren zu müssen. Außerdem ist es für die Fahrschüler/innen wichtig, richtiges Anfahren zu lernen. Denn die Mehrzahl wird sich hinterher einen Wagen mit Benzin- und nicht mit Dieselmotor kaufen.

Dieselmotor mit Rapsöl:

Raps ist die gelb blühende Pflanze, aus der durch Pressen das Rapsöl gewonnen wird. Aus  Rapsöl entsteht durch chemische Prozesse sogenannter Biodiesel. Damit kann man  nach einigen Umbauarbeiten einen Dieselmotor betreiben. Wer seinen Dieselmotor mit  Biodiesel betreiben will, sollte unbedingt auf die Freigabe des Herstellers achten. Manche Hersteller verweigern dies im Hinblick auf Motorschäden. Oder sie verlangen, zwischendurch immer wieder normalen Dieselkraftstoff zu tanken. Denn Biodiesel verhält sich aggressiv gegenüber Dichtungen und Schläuchen aus Gummi oder Kunststoff. Das Problem beim Biodiesel ist, dass die Hersteller sich nicht immer an die vorgeschriebene DIN-Norm 51606 halten. Inzwischen gibt es einige Tankstellen, die auch Biodiesel anbieten. 

Biodiesel ist bei der Verbrennung weniger umweltschädlich als mineralischer Dieselkraftstoff, d.h. es entstehen weniger gesundheitsschädliche Rußpartikel als beim Betrieb mit Dieselkraftstoff (etwa 1/ 4 bis 1/ 3 weniger Rußpartikel). Biodiesel ist von Natur aus schwefelfrei. 

Da Biodiesel kein mineralischer Kraftstoff ist, wird er weniger besteuert und daher an der Tankstelle zwischen 5 und 10 Cent billiger verkauft als normaler Diesel. Leider verbraucht der Motor allerdings mehr beim Biodiesel-Betrieb, da der Heizwert von Biodiesel etwas geringer ist. Daher wird der preisliche Vorteil durch den Mehrverbrauch wieder aufgehoben. 

Da man nicht die ganze Landwirtschaft auf den Anbau von Raps umstellen kann, muss man realistischerweise davon ausgehen, dass der Anteil von Biodiesel am gesamten Kraftstoffverbrauch bescheiden bleiben wird (etwa 5 %). Leider kommt es auch beim Anbau von Raps zum Einsatz von umweltschädlichen Chemikalien und Düngemitteln, was die Umweltbilanz von Biodiesel verschlechtert. 

Wer sich näher über Biodiesel informieren will, kann zum Einstieg die Seite www.biodiesel.de anklicken. 

Benzinmotor mit Erdgas:

Erdgasauto der Fahrschule Schaffen WirBeim Betrieb eines Benzinmotors wird Benzin "vergast", d.h. erwärmt, in Gas umgewandelt und mit Sauerstoff vermischt. In dieser Form lässt sich der Kraftstoff verbrennen, um so mechanische Energie zu gewinnen. Man kann einen Benzinmotor und den dazugehörigen Pkw auch so umbauen, dass er mit Erdgas betrieben wird. Bei einem schon gebrauchten Benziner lohnt sich dies allerdings nicht, sondern ein Neufahrzeug muss entsprechend anders konstruiert werden. Dies erfordert Umbaumaßnahmen am Motor und an der Karosserie. Denn hier müssen nun Gasflaschen eingebaut werden, die auch im Falle eines Unfalls nicht platzen können. Soweit die Pkw "bivalent" sind, d.h. mit zwei Kraftstoffarten betrieben werden können (Erdgas und Benzin), muss es die Möglichkeit geben, im Betrieb auf die andere Kraftstoffart umzuschalten.

Da es bis jetzt nur wenige Gastankstellen gibt, ist es wahrscheinlich am vernünftigsten, das künftige Erdgasauto bivalent zu kaufen. Erdgas zu tanken funktioniert anders als flüssigen Kraftstoff zu tanken: Da das Erdgas unter hohem Druck übertragen wird, muss der Tankschlauch per Bajonett-Verschluss fest mit dem Tankstutzen des Erdgasautos verriegelt werden.

Erdgasbetriebene Benzinmotoren laufen sehr umweltfreundlich, d.h. sie erzeugen noch weniger Abgas-Belastung als Benziner mit Kat; außerdem sind sie leiser.

Der Staat belohnt den Betrieb eines Erdgasautos durch niedrigere Steuern, d.h. niedrigere Energiepreise. Außerdem geben die meisten Gasbetriebe Zuschüsse beim Kauf von Erdgasautos.

Pkw mit Hybridmotor

Der Begriff "hybrid" stammt aus dem Lateinischen bzw. Griechischen und hat die Bedeutung von doppelt, gekreuzt, gemischt. Hybridpflanzen sind z.B. solche Bäume, denen als Schößling eine andere Baumart aufgepropft wurde. Bei einem Hybridantrieb arbeiten zwei Motoren zusammen und ergänzen sich günstigerweise. Das sind beim Pkw Benzin- und Elektromotor. Der Benzinmotor bezieht seine Engergie aus dem mitgeführten Benzin, der Elektromotor aus einer mitgeführten, kräftigen Batterie. Diese kann z.B. unter dem Rücksitz verstaut werden.

Der Energiespareffekt entsteht folgendermaßen: Beim Bremsen mit normalem Antrieb wird gebremst, die Bewegungsenergie geht über die Bremse als Wärmeenergie verloren. Beim Hybridantrieb wird ein Teil der Bremsleistung vom Elektromotor erbracht, der nun als Generator wirkt und Strom für die Batterie produziert. Dieser steht beim Antrieb wieder zur Verfügung, wobei der Elektromotor dem Verbrennungsmotor helfen oder sogar selbst den Antrieb übernehmen kann.

Pkw mit Hybridantrieb sparen besonders im Stadtverkehr mit dem ewigen Anfahren, Beschleunigen, Bremsen. Auf Autobahnen im Schnellverkehr verliert sich ihr Vorteil. 

Für Fahrschulen haben Pkw mit Hybridmotor einen Nachteil: Sie werden von den Herstellern nur mit Automatik-Getriebe gebaut, wegen der komplizierten Steuerung des Antriebs. Das macht sie für normale, kleine bis mittlere Fahrschulen unwirtschaftlich, in die sich im Jahr nur ganz wenige Automatik-Interessenten begeben.  Große Fahrschulen oder Spezialfahrschulenfür einen bestimmten Kundenkreis profitieren von Pkw mit Hybridantrieb. 

Pkw mit Elektromotor

Pkw mit Elektroantrieb waren bis vor kurzem belächelte Außenseiter im Straßenverkehr. Sie sahen seltsam aus (wie die alten Kabinenroller, mit höchstens 2 hintereinander angeordneten Sitzen), fuhren langsam und hatten nur geringe Reichweiten, z.B. 60 km. Im Winter, wenn mit Licht gefahren und geheizt werden musste, verringerte sich die Reichweite dramatisch. 

Im Gefolge der großen Wirtschaftskrise verändert sich das Bild: Pkw mit Elektroantrieb gelten nun als Retter der darniederliegenden Autoindustrie. Solche Pkw haben das Zeug zum Sparen, da der Elektromotor die Energie bedeutend wirtschaftlicher ausnutzt (bis zu 90 %) als der Benzin- oder Dieselmotor (30, 35 %).  Dies zeigt eine überschlägige, ganz grobe Berechnung:

Kraftstoffkosten bei 100 km Fahrt im Stadtverkehr

- Benzinmotor ca. 10 €

- Erdgasmotor ca. 6 €

- Elektormotor ca. 2 - 3 €. 

Der Nachteil des Elektroantriebs ist das hohe Gewicht der mitzuschleppenden Batterien, wenn dieselbe Reichweite wie beim Benzinmotor erreicht werden soll. Dieses beträgt bis zu einer Tonne! Der weitere Nachteil: Man kann eine Batterie bei weitem nicht so schnell "füllen", wie einen Benzintank an der Tankstelle, das kann bis zu 8 Stunden dauern. Auf diesem Gebiet müssen die Hersteller also noch viel forschen. Man könnte sich vorstellen, dass an den künftigen Tankstellen Batteriewechselstellen zur Verfügung stehen, wo man die alte, ungeladene Batterie leicht gegen eine geladene tauschen kann.

Für Fahrschulen und Fahrschüler hätte die massenhafte Einführung von Pkw mit Elektroantrieb einen großen Reiz. Sie würde die Einführung der Automatik durch die Hintertür bedeuten. Denn der Elektroantrieb braucht keine Kupplung. Jeder Elektromotor kann vom Stand weg drehen und je nach Stromzufuhr allmächlich schneller werden. Das kann der Verbrennungsmotor nicht. Der steht entweder still oder springt nach dem Starten systembedingt gleich auf 700 Umdrehungen in der Minute hoch. Daher die Notwendigkeit einer Kupplung, um die stehenden Räder allmählich anzutreiben. Ausßerdem braucht der Elektromotor kaum Gänge: Vorwärtsgänge höchstens 2, natürlich auch einen Rückwärtsgang. 


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