Führerschein-Finanzierung


Die Banken verschenken nichts

Führerscheinfinanzierung

Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage und der immer noch hohen Arbeitslosigkeit und der geringen Verdienste leben viele Verbraucher/innen in finanzieller Unsicherheit und müssen sich sogar sehr einschränken. Da wird der Führerschein, da er nicht unmittelbar der Lebensversorgung dient,  immer weiter hinausgeschoben. Mit dem Hinausschieben sinken aber ganz klar die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ja, die Arbeitsvermittler sagen klipp und klar: "Mit dem Führerschein sind Sie vermittlungsfähiger!"

In unsere Fahrschule kommen manchmal Interessenten, die uns den Hartz-4-Bescheid auf den Schreibtisch legen und sagen: "Ich würde ja so gerne den Führerschein machen, aber mit meinem geringen Einkommen schaffe ich das nicht. Können sie mir einen Rat geben? Wäre es möglich, den Führerschein für die Hälfte der Kosten zu machen?"

Nun, für die Hälfte der Kosten können wir den Führerschein leider nicht machen. Wir bezahlen ja in diesem Falle auch nicht beim Finanzamt die halben Steuern oder bei der Tankstelle den halben Benzinpreis. Im Gegenteil: Während um uns herum munter die Preise erhöht wurden, haben wir - die Fahrschule Schaffen Wir - die Preise einigermaßen stabil gehalten. Und jeder, der sich bei uns anmeldet, weiß, dass die bei der Anmeldung gültigen Preise bis zum Ausbildungsende garantiert sind.

An der Fahrschulausbildung zu sparen, das geht also leider nicht. Wir raten Ihnen auch dringend ab, sich in eine Dumping-Fahrschule zu begeben. Was Sie dort zu Anfang sparen, wird anderweitig wieder aus Ihnen heraus gequetscht. Letztlich sind Dumping-Fahrschulen teurer, nicht billiger.

Einige Möglichkeiten, den Führerschein zu finanzieren

Um Ihnen einen Weg aus diesem Dilemma zu zeigen, unterstützen wir Sie bei der Suche nach einer geeigneten Finanzierung des Führerscheins. Sie sollen in Ruhe und sicher den Führerschein erwerben können und damit ihre Arbeitschancen erhöhen. Die Rückzahlung soll Sie nicht zu sehr belasten, auch wenn es nicht gleich mit der Vermittlung am Arbeitsmarkt klappt.

Nach unserer langjährigen Erfahrung gibt es einige Möglichkeiten, auch für "klamme" Interessenten, den Führerschein zu finanzieren:

  1. Eisernes Sparen, auch Kleinstbeträge werden zurückgelegt
  2. Verwandte oder andere Sponsoren werden mobilisiert, die das nötige Geld vorstrecken oder sogar schenken
  3. Die Fahrschule gibt am Schluss kurz vor der Prüfung, wenn es gar nicht mehr anders geht, einen kleinen Kredit, d.h. sie stundet die Bezahlung ihrer Leistungen für eine bestimmte Frist
  4. Arbeitsagentur, Jobcenter oder Bildungsagentur vergeben unter bestimmten Voraussetzungen einen Kredit zum Erwerb des Führerscheins oder sogar einen Zuschuss
  5. Finanzierung über eine Bank
  6. oder eine Kombination dieser Möglichkeiten.

1. Eisernes Sparen

Schon, wenn es Ihnen gelingt, jeden Monat 50 € zurückzulegen, haben Sie im Jahr 600, in 2 Jahren 1.200 € erspart. Dazu kommen noch bescheidene Zinsen. Nach mehr als 2 Jahren Sparen können Sie mit der Ausbildung loslegen, den Rest sparen Sie während der Ausbildung. Sie sollten Ihr Sparziel allerdings so berechnen, dass Sie auch das Nichtbestehen der Prüfung einkalkulieren. Niemand wünscht Ihnen das, aber es beruhigt Sie, wenn Sie für diesen Fall noch finanzielle Reserve haben.

2. Zuschüsse über Verwandte oder andere Sponsoren

Viele unserer Fahrschüler sind noch jung, ihr Verdienst ist bescheiden. Aber ein Führerschein muss sein, schon um die beruflichen Aussichten zu verbessern. In dieser Lage bietet es sich an, z.B. bei Verwandten anzufragen, ob sie nicht bereit wären, die Führerscheinausbildung zu fördern. Es unterstreicht die Ernsthaftigkeit Ihrer Bitte, wenn Sie darauf hinweisen, dass Sie den Führerschein dringend für Ihren Beruf benötigen. Omas, Onkel, Tanten - wer kann da noch "nein" sagen?

3. Hilfe durch die Fahrschule

Die Fahrschule darf gar keinen Kredit geben, das darf nur eine Bank. Wir können aber in begründeten Ausnahmefällen die Bezahlung unserer Leistungen etwas stunden. Hier kann es aber nicht um große Summen gehen, denn Fahrschulen sind Kleinunternehmen und schwimmen nicht gerade im Geld. 2 oder 3 Doppelstunden, das geht schon mal. Und wir legen zusammen eine genaue Frist für die Rückzahlung fest.

4. Finanzierung durch Arbeitsagentur, Jobcenter oder Bildungsagentur

Umschulung, Finanzierung durch die Arbeitsagentur:
Logo der Arbeitsagentur

Unter bestimmten Voraussetzungen fördern die Arbeitsagenturen eine Umschulung in einen neuen Beruf. Dazu muss der Betreffende schon lange genug gearbeitet und Beiträge gezahlt haben. Zweitens muss der gerade ausgeübte Beruf nicht mehr ausgeübt werden können, z. B wegen gesundheitlicher Probleme oder weil es in der Branche zu viele Arbeitslose gibt. Bei gesundheitlichen Problemen ist selbstverständlich nicht die Arbeitsagentur, sondern der Renten-/ Sozialversicherungsträger die erste Anlaufstelle. Je nach Einzelfall, Region oder Branche wird eine Umschulung bezahlt - und auch der mit dem angestrebten Beruf verbundene Führerschein. Beispiele: Kfz-Mechaniker, Spedition/ Berufskraftfahrer, Busfahrer, Rettungssanitäter, Fahrlehrer.

Gesicherter Berufseinstieg, Finanzierung durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter möglich:
Hat ein Arbeitsloser eine bestimmte Stelle in Aussicht, bei deren Ausübung er unbedingt einen Führerschein braucht, dann kann (!) die Arbeitsagentur den Erwerb des Führerscheins mit bis zu 80% der Kosten fördern. Vorausgesetzt, der künftige Arbeitgeber bescheinigt, dass er den Betreffenden nach dem Führerscheinerwerb mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig einstellen würde. Beispiele: Gas-Wasser-Installateur, Gärtner, Kiezpflegekraft. Solche Förderungsmöglichkeiten für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt gibt es auf der Grundlage des § 16 SGB II (SGB heißt Sozialgesetzbuch). Hier ist die Rede von Integrationshilfen. Und diese Integrationshilfen können auch die Mitfinanzierung des Führerscheins unter bestimmten, oben genannten Voraussetzungen umfassen. Selbstverständlich ist dies immer auch eine Einzelfallentscheidung und hängt schließlich auch davon ab, auf welche Richtlinien sich die örtliche Arbeitsagentur intern geeinigt hat. Der genehmigte Betrag kann als Zuschuss, aber auch als Darlehen gewährt werden. Die gesamte Ausbildung und Förderung des Arbeitslosen (z.B. zur Kiezpflegekraft mit Führerschein) wird einem Bildungsträger übertragen. Zuerst sollte Sie sich an Ihren zuständigen Betreuer wenden.

5. Finanzierung durch eine Bank

Wenn Banken Kredite an Personen vergeben, dann setzen Sie bei diesen "Bonität" voraus. Das Fremdwort kommt aus dem Lateinischen von bonus = gut. Mit Güte hat das leider nichs zu tun. Ein "guter" Mensch ist für die Banken ein gut verdienender Mensch. Banken vergeben Kredite leider nur an solvente Personen, d.h. nur an Leute, die als Beamte, Angestellte oder Arbeiter in fester Beschäftigung stehen, ein regelmäßiges Einkommen haben und daher im Regelfall gut zurückzahlen können. Höchstens Rentner werden dann noch zusätzlich berücksichtigt. Vor der Kreditvergabe werden immer Nachweise über Lohn-, Gehalts- bzw. Rentenabrechnungen gefordert. Und das Gehalt muss schon so hoch sein, dass die Bank bei Nichtzurückzahlung einen Teil davon für sich pfänden könnte. Eine Hausfrau würde demnach keinen Kredit erhalten - außer, sie bringt ihren beschäftigten Mann dazu, den Kreditantrag mit zu unterschreiben.

Der Wunsch der Banken, nur solvente Personen für die Kreditvergabe zu berücksichtigen, ist verständlich, aber die Banken machen es sich damit einfach zu bequem. Und sie unterstellen allen anderen damit, sie seien nicht in der Lage und Willens, den gewährten Kredit auch pünktlich zurück zu bezahlen.

Das hier Gesagte gilt leider auch für alle Banken, die sich den Fahrschulen für die Vergabe von Führerschein-Krediten empfehlen: Kreditvergabe nur unter den oben erwähnten, erschwerten Voraussetzungen. Kredite werden von den Banken normalerweise nicht an Personen vergeben, die nach Einschätzung der Banken nicht solvent genug sind:

Folgende Personengruppen schätzen die Banken normalerweise als nicht solvent ein:

  • Selbständige

  • Alleinerziehende ohne feste Beschäftigung

  • Hausfrauen bzw. Hausmänner (Ausnahme s.o.)

  • Schüler/ Studenten

  • Auszubildende

  • Arbeitslose

Genau dieser Personenkreis ist aber sehr am Führerschein interessiert, um die eigene Lage und die Aussicht auf eine berufliche Zukunft zu verbessern. Dieser Wunsch ist oft so dringend, dass man sich manchmal buchstäblich das nötige Geld erhungert, um den Führerschein zu finanzieren.

Menschen ohne regelmäßiges Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit werden von der Kreditvergabe ausgeschlossen. Man ist bei einigen Banken aber bereit, solche Menschen in einem persönlichen Gespräch in der Bankfiliale zu beraten.

Selbständige sollten zum Beratungsgespräch ihre BWA (betriebswirtschaftliche Auswertungen) vom Steuerberater oder Verträge über Lebensversicherungen mitbringen.

Arbeitslose sollten ihren Bescheid über Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur dabei haben. Im Falle der Arbeitslosen werden aber immer Zugeständnisse gemacht werden müssen: Entweder, dass doch eine zweite kreditwürdige Person mit für dern Kredit bürgen muss. Oder dass eine Lebensversicherung existiert, mit der der Kredit abgedeckt werden kann. Oder dass die Kreditsumme dann doch bescheidener ausfallen muss als ursprünglich geplant. Den Rest muss der Arbeitslose dazu legen. Aber immerhin...

Personen ohne jedes eigene Einkommen (Hausfrauen, -männer, Schüler, Studenten) oder Personen mit geringem Einkommen , wie Azubis, müssen sich eine kreditwürdige Person mit eigenem, festen Einkommen suchen, die die Rückzahlung verbürgt. Dazu zählen auch Alleinerziehende, die von Sozialhilfe bzw. Hartz 4 und eventuell Erziehungsgeld leben.

Rentner bekommen normalerweise Kredit. In ihrem Falle wird aber verlangt, den Rentenbescheid vorzulegen. Ist zu Rente zu gering, gibt es keinen Kredeit. Außerdem gibt es auch ein Höchstalter für Kredite, nämlich 75. Dazu noch eine Anmerkung: Was soll diese Einschränkung? Altersdiskriminierung?

6. Kombination mehrerer Finanzierungsmöglichkeiten

Ahmed ist Hartz-4-Empfänger. Er ist Umschreiber, hat schon einen Führerschein aus Tunesien, der allerdings in einer Prüfung hier in Deutschland bestätigt werden muss. So wird es wenigstens nicht so teuer wie eine normale Fahrschulausbildung. Er braucht den Führerschein dringend, möchte Pizza ausfahren.

Er steht kurz vor der Prüfung. Die paar Fahrstunden, die er für die Prüfungsvorbereitung braucht, hat er sich buchstäblich am Leibe abgespart. Es fehlt noch das Geld für die beiden letzten Doppelstunden zu je 90 Minuten, die Fahrt zur Prüfstelle zu 60 Minuten und die Prüfungsfahrt, insgesamt 226 €. Die Prüfunug sollte am Monatsersten stattfinden. An den letzten Tagen des Vormonats hatte Ahmed kein Geld mehr, verständlich. Er bot an, dies sofort nach der Prüfung zu bezahlen, wenn er seine nächste Hartz-4-Anweisung auf dem Konto hätte. Bis dahin sollte die Fahrschule ihm das Geld vorstrecken. Wir haben's natürlich gemacht. Schon am Monatsersten kam er an mit dem Geld. Der Hartz-4-Betrag ohne Miete beträgt bekanntlich 345 €. Abzüglich der 226 € für die Restzahlung zum Führerschein verblieben Ahmed dann für den Folgemonat gerade mal 119 €! Doch diese Rechnung ist nur noch Papier, Ahmed braucht kein Hartz 4 mehr. Er hat tatsächlich eine Stelle bei einer Pizzeria gefunden. Sie strecken ihm etwas Gehalt vor, in der Pizza darf er für seinen persönlichen Bedarf essen. Also ein glücklicher Ausgang.


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