Prüfungsergebnisse der Fahrschule Schaffen Wir


Prüfungsergebnisse der Fahrschule Schaffen  Wir

Hier geht es um die Ergebnisse der theoretischen und praktischen Prüfungen. Viele Fahrschüler/innen interessieren sich für Prüfungsergebnisse. Zurecht, denn die Prüfungsergebnisse einer Fahrschule können als ein Beweis für deren gute Ausbildungsqualität dienen. Auch Schulen stellen sich ja inzwischen unter dem Eindruck der PISA-Studie dem Wettbewerb untereinander, indem sie zeigen, dass sie gute Ausbildungsleistungen hervorbringen. Die Fahrschule Schaffen Wir veröffentlicht hier ihre Prüfungsergebnisse ab dem Jahr 2003.


Kriterien für den Vergleich von Prüfungsergebnissen

Neugierig wie wir sind, haben wir uns auf der Homepages vieler Fahrschulen umgeschaut, mit dem Ziel, dort die Prüfungsergebnisse zu finden. Wir fanden nur ganz wenige Fahrschulen, die sich die Mühe gemacht hatten.

Was immer die Gründe für die Zurückhaltung sein mögen, wir von der Fahrschule Schaffen Wir tun's hier und veröffentlichen unsere Prüfungsergebnisse. Sie werden sie weiter unten lesen können.

Doch zuvor noch ein paar einschränkende Bemerkungen:

Nur wenn es zentrale, einheitliche Vorgaben in der Prüfung für alle gibt, sind die Ergebnisse vergleichbar

Während in den Schulen und in den Kultusministerien noch um zentrale, einheitliche Vorgaben für alle Schüler/innen gerungen wird, haben wir es im Fahrschulbereich leichter. Zumindest in der Theorieprüfung gibt es schon lange den für alle bundesweit einheitlichen Katalog der Theoriefragen.

Was die praktische Prüfung angeht, so sieht es hier etwas schlechter aus. Zwar ist grundsätzlich für alle in der Prüfungsrichtlinie festgelegt, was der Prüfer zu prüfen hat und wie Fehler zu bewerten sind. Jedoch kann dies angesichts der bunten, unterschiedlich schwierigen Verkehrsrealität nur eine reichlich grobe Vorgabe sein. In der Praxis bedeutet dies, dass auch ein gut ausgebildeter Schüler in eine schwierige Situation geraten kann, in der er in Eile und unter Druck falsch entscheidet und die Prüfung nicht besteht.
So können auch Fahrschulen mit guter Ausbildung trotz größter Anstrengungen in eine Negativserie geraten. Diese wirkt sich dann, wegen der generell schmalen Zahlenbasis, sofort schlecht aus. Auf die Jahre gesehen müssen sich die guten Ergebnisse dann doch wieder durchsetzen und den Durchschnitt verbessern.

Wir erinnern uns: Auch gut ausgebildete Schüler/innen können lediglich „Fähigkeiten“ besitzen, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen; sie sind aber noch längst nicht so erfahren wie Fahrer/innen mit langjähriger Praxis.

Die den Prüfungsergebnissen zugrundeliegenden Zahlen müssen der Wahrheit entsprechen. Die Methoden zur Berechnung der Prüfungsergebnisse müssen nachvollziehbar und einheitlich sein

Jetzt kann die Anspannung weichen - bestanden!Beide Punkte sind wohl selbstverständlich. Wir können unsere Zahlen belegen. Sie beruhen auf unseren Prüfakten. Befugten Personen gegenüber (z.B. von der Senatsverwaltung, vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, vom Fahrlehrerverband) sind wir gerne bereit, unsere Prüfakten offen zu legen und die Zahlen zu beweisen.

Was die Prüfstatistik und die Methodik angeht, so stützen wir uns auf die Veröffentlichungen des Kraftfahrt-Bundesamtes. Wir vergleichen unsere Zahlen in erster Linie mit den durchschnittlichen Prüfergebnissen der Fahrerlaubnisprüfungen in Berlin.

Unsere ersten Prüfungszahlen stammen aus dem Jahr 2003, die entsprechenden Zahlen des Amtes für Statistik stammen aus dem Jahr 2001. Mit der kleinen Ungenauigkeit, die sich aus dem Zeitverzug ergibt, müssen wir leben. Das Amt für Statistik wird mit seinen Zahlen immer hinter der aktuellen Zeit hinterher kommen.

Die Durchfallquote hängt von vielen Faktoren ab: Regionale Schwierigkeiten, Bildungsbereitschaft der Schüler, ihre finanziellen Verhältnissen, Qualität der Fahrschulen, aber auch Prüfungsnervosität

Berlin ist im Ländervergleich der Fahrerlaubnisprüfungen eher mittel bis schlecht. Gut sind z.B. die Hessen und Niedersachsen. Ganz schlecht sind die Brandenburger Fahrschüler mit den Ergebnissen der Theorieprüfung.

Der Grund sind vor allem die Schwierigkeiten in einer Metropole wie Berlin gegenüber den einfacheren Verhältnissen in Flächenstaaten.

Dies zeigt sich im Ländervergleich: Die Ergebnisse der praktischen Prüfungen in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin sind schlecht (43 bzw. 34,4% nicht bestandene Prüfungen) Es ist einfach schwieriger, in einem großstädtischen Umfeld, mit schnellem, dichtem Verkehr und teils aggressivem Verhalten der Kraftfahrer, die Prüfung zu machen als auf dem Land! Hessen ist besser (20 %). Aber was ist dann mit Brandenburg (nur 40 % Theorie)??

In Neukölln und Kreuzberg, im Einzugsgebiet unserer Fahrschule, wohnen viele Ausländer. Viele Einwohner sind arbeitslos und arm, dazu gehören auch mangelnde Bildungsbereitschaft. Wir haben mit Verständnis- und Leseschwierigkeiten zu kämpfen. Ein Riesenproblem bei der praktischen Ausbildung ist es, dass man kaum in Ruhe und solide ausbilden kann, sondern dass wegen Geldmangel zur Prüfung hin gedrängelt wird, obwohl das Ausbildungsniveau nicht entsprechend ist.

Ein -zugegeben extremes - Beispiel: Ein Schüler, mit Führerschein aus Marokko, Umschreiber, will sofort, ohne jede Vorbereitung zur praktischen Prüfung. Ich erkläre ihm, dass alle unsere Umschreiber wenigstens 3 bis 4 Doppelstunden fahren, um sich mit dem deutschen Verkehrsrecht und der Bedienung des Fahrzeugs bekannt zu machen. Dieses Argument zieht bei ihm nicht. Er entgegnet, er habe schon viel Fahrpraxis und könne in jeder Situation gut fahren. Er sehe nicht ein, für Fahrstunden Geld zu verschwenden. Sogar die Fahrt zur Prüfstelle ist ihm noch zuviel. Er erwartet mich direkt auf der Prüfstelle, steigt dort zur Prüfungsfahrt in den Golf, mit dem er bis dahin noch keinen Meter gefahren ist. Ergebnis der Prüfungsfahrt:: Viele schwere Fehler, vor allem die Rechts-vor-links-Regelung im Kreisverkehr ohne Zeichen missachtet („dachte, im Kreisverkehr habe ich immer Vorfahrt“): Nicht bestanden! Das ist sicher ein extremer Fall, aber er zeigt schon die Richtung unserer Schwierigkeiten.
Übrigens: Nach § 35 FeV (Fahrerlaubnisverordnung) braucht ein Umschreiber keine Fahrschulausbildung zu absolvieren.

Für alle Prüflinge gilt, dass schlechte Prüfungsquoten auch mit Nervosität in der Fahrprüfung zusammen hängen. Ein bisschen Nervosität fördert die Leistung. Nervosität im mittleren Bereich aber senkt die Leistung schon spürbar. Dann werden, trotz bester Vorbereitung, Stoppzeichen übersehen, beim Parken ist alles vergessen, es wird zu schnell oder zu langsam gefahren. Bei ganz schwerer Nervosität bricht die Leistung ganz zusammen. Solche geplagten Schüler kommen nicht einmal von der Prüfstelle herunter, so heftig ist die Nervosität.

Schüler mit schwerer Nervosität stellen eher eine ganz kleine Minderheit dar. Solche Schüler sind so nervös, das sie schon zu Beginn der Abfahrt vom Prüfhof mit dem Kupplungsbein zittern, den Blinker nicht treffen, den Wagen womöglich gar nicht zum Anfahren brinen. Die Leistung bricht völlig zusammen. Sie brauchen auch therapeutische Hilfe, da die Leistungsschwierigkeiten sich auch in vielen anderen Lebensbereichen zeigen.

Schüler mit nur mittlerer Nervosität sind eine bedeutende Minderheit. Sie sind auf Hilfe durch ihre Fahrlehrer angewiesen, um mit ihrer Nervosität umgehen und diese kontrollieren zu können. Dann wären ihrre Erfolgschancen besser. Jedoch sind ihre Fahrlehrer leider nicht ausgebildet oder fortgebildet im Umgang mit Nervosität.

Wären die Fahrlehrer ausgebildet und sensibilisiert für die Nervosität Ihrer Schüler, dann würde das nicht nur die Durchfallquoten verbessern. Diese Schüler würden nach der Prüfung auch in der Verkehrsrealität bei Stress gelassener fahren.

Zur Methode

Theorie- und Praxisprüfungen werden getrennt ausgewertet. Dann werden bestandene Erstprüfungen und bestandene Wiederholungsprüfungen zusammengezählt. Diesen gegenübergestellt werden nicht bestandene Erstprüfungen und nicht bestandene Wiederholungsprüfungen. Aus allen bestandenen und nicht bestandenen Prüfungen ergibt sich die Summe aller Prüfungen, die mit 100 % angesetzt wird. Aus den nicht bestandenen Prüfungen ergibt sich eine wichtige Zahl, der Durchschnitt nicht bestandener Prüfungen, gerechnet in % von Hundert aller Prüfungen. Danach haben in Berlin im Jahr 2001 in der Theorieprüfung 37,1 % aller Bewerber/innen, in der praktischen Prüfung 34,4 % aller Bewerber/innen nicht bestanden.


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